Dominik Schertel
Der im SDAX notierte Tipp24-Konzern kann am Dienstag nicht von dem freundlichen Marktumfeld profitieren. Eine hohe Jackpot-Ausschüttung der britischen Tochter MyLotto24 beeinträchtigt die Gewinnentwicklung des Glückspielbetreibers. Analysten sehen dennoch Potential für die Aktie und bleiben daher bei ihren positiven Ratings.
Die Zahlenkombination 5, 10, 11, 35, 36, 41 sowie die Superzahl 5 haben einen Kunden von MyLotto24, einer britischen Tochter von Tipp24, um 11,6 Millionen Euro reicher gemacht - zu Ungunsten des Konzerns. Die bisherigen negativen Effekte auf den operativen Gewinn (EBIT) summieren sich damit auf 17,1 Millionen Euro. Dieser könne im Jahresverlauf durch außergewöhnlich niedrige Auszahlungen oder deutlich erhöhte Spieleinsätze wegen eines sehr hohen Jackpots wieder ausgeglichen werden. Daher wäre eine Reduzierung der Geschäftsziele für das laufende Jahr derzeit noch verfrüht, so das Management des Glücksspielbetreibers. Demnach wird vorerst an der bisherigen Geschäftsprognose festgehalten. So sollen der Umsatz in 2010 auf mindestens 100 Millionen Euro und das EBIT auf mindestens 40 Millionen Euro wachsen.
Ratings bestätigt
Trotz der negativen Neuigkeiten haben die Experten von Cheuvreux und SES Research ihre Einstufungen für den SDAX-Titel bestätigt. SES Research-Analyst Jochen Reichert empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Das Kursziel wurde leicht von 38,00 auf 37,00 Euro nach unten revidiert. Aufgrund des Millionen-Jackpots hat Reichert zudem seine EBIT-Schätzung von 34,9 auf 28,9 Millionen Euro gesenkt. Für 2011 erwartet der Experte dann wieder einen Anstieg auf 36,4 Millionen Euro. Auch Cheuvreux-Analyst Christoph Blieffert hat in einer Studie vom Dienstag sein "Outperform"-Rating bestätigt. Das Kursziel blieb ebenfalls unverändert bei 40,00 Euro. Die hohe Jackpot-Ausschüttung sei zwar negativ und werde die Gewinnentwicklung des Glücksspielbetreibers belasten, seine Investment-Einschätzung bleibe aber intakt, da eine Liberalisierung des deutschen Glücksspiel-Marktes immer wahrscheinlicher werde, so Blieffert.
Mit Gewinn ausgestoppt
Anleger, die einer der Empfehlungen des AKTIONÄRs gefolgt sind und den engen Stoppkurs bei 25,00 Euro beachtet haben, wurden aufgrund des schlechten Kursverlaufs der letzten Wochen ausgestoppt. Seit Mitte März geht es für das Papier kontinuierlich bergab. Anleger, die bereits bei der Erstempfehlung im April 2009 zugegriffen haben, bleibt ein Gewinn von rund 400 Prozent. Der später empfohlene Einstieg bei 22,00 Euro, beschert immerhin noch ein Plus von 13 Prozent.
Einstiegschance?
Wie bereits erwähnt, läuft es für die Aktie von Tipp24 in den letzten Handelstagen und -wochen alles andere als gut. Das Papier befindet sich in einem intakten Abwärtstrend, der das Papier bis auf unter 24,00 Euro drückte. In diesem Bereich hat der Titel eine Unterstützungszone, die der Grundstein zu einer Trendwende sein könnte. Risikobewusste Anleger können, unter Beachtung eines engen Stoppkurses, limitiert auf das beschriebene Szenario spekulieren. Konservative Anleger sollten angesichts der angespannten Charttechnik vorerst die Finger von dem Glücksspielkonzern lassen.