Leon Müller
Tipp24 wird mit dem Jahreswechsel die Online-Werbung für die Vermittlung von staatlichen Lotterien in Deutschland weitgehend einstellen. Grund ist eine Regelung des neuen Glücksspiel-Staatsvertrages, die jegliche Werbung im Internet für Lotterien untersagt. Für Vorstandschef Jens Schumann ist das "sehr bedauerlich".
Tipp24 wird mit dem Jahreswechsel die Online-Werbung für die Vermittlung von staatlichen Lotterien in Deutschland weitgehend einstellen. Grund ist eine Regelung des neuen Glücksspiel-Staatsvertrages, die jegliche Werbung im Internet für Lotterien untersagt. Für Vorstandschef Jens Schumann ist das "sehr bedauerlich".
Tipp24 bekommt die Folgen des neuen Glücksspiel-Staatsvertrages immer stärker zu spüren. Das Unternehmen wird zum 1. Januar 2009 die Online-Werbung für die Vermittlung von staatlichen Lotterien in Deutschland weitgehend einstellen. Grund dafür ist eine Regelung des neuen Glücksspiel-Staatsvertrages, die jegliche Werbung im Internet für Lotterien untersagt. Begründet wird dieses Verbot mit Spielsuchtprävention. Tipp24 indes stellt die Beweggründe in Frage und verweist darauf, dass es keine Studie gibt, die eine besondere Suchtgefährdung der von Tipp24 vermittelten Lotterien nachweist.
Jens Schumann: Symbolpolitik ist sehr bedauerlich
Jens Schumann, der Vorstandsvorsitzende der Tipp24 AG, zeigt sich enttäuscht von der Politik: Es ist sehr bedauerlich, dass die Politik auch in Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise an Symbolpolitik festhält, die nicht nur die direkt betroffenen Firmen wie Tipp24 massiv behindert, sondern erhebliche Nebeneffekte hat. So werden zum Beispiel der Internet-Werbewirtschaft, die ihre Prognosen für 2009 aufgrund der nachlassenden Konjunktur vor kurzem deutlich reduzieren musste, auf einen Schlag mehrere Millionen Euro entzogen. Allein bei der Tipp24 AG sind durch den Glücksspielstaatsvertrag über 170 Arbeitsplätze bedroht.
Tipp24 will nicht locker lassen
Tipp24 will weiter rechtlich gegen den Glücksspielstaatsvertrag vorgehen. Die Einstellung der Online-Werbung dürfte sich dennoch in der Gewinn- und Verlustrechnung bemerkbar machen. Die Neukundengewinnung dürfte ab 2009 deutlich an Dynamik verlieren. Die Aktie der Gesellschaft notiert am Montag unverändert bei 7,20 Euro. Ausgehend vom Jahreshoch hat sie bereits 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Ausgehend von einem für 2008 erwarteten Gewinn je Aktie in Höhe von 1,08 Euro errechnet sich ein KGV von unter 7. SES Research rechnet beim Gewinn für das kommende Jahr mit einem Anstieg um 24 Prozent auf 1,34 Euro je Aktie, was das 2009er-KGV auf 5 drücken würde.