ThyssenKrupp: Zeit für den Einstieg?
So richtig dran glauben will derzeit wohl niemand: Kann der Aktie des Stahlkochers ThyssenKrupp wirklich der Turnaround gelingen? Seit Monaten geht es nur noch bergab. Und so ziemlich jeder Stoppkurs wurde in der jüngsten Vergangenheit gerissen. Jegliche Versuche einer Rallye wurden gnadenlos abverkauft. Bietet sich gerade jetzt eine Chance?
Blickt man auf die leidvolle jüngere Vergangenheit, dann ist der Niedergang des Kurses vor allem mit Steel Americas verbunden. Die Anlaufverluste der neuen Werke in Brasilien und in den Vereinigten Staaten haben sich summiert - und ein Ende ist nicht abzusehen. Auch im laufenden Jahr sind schwarze Zahlen für die Sparte wohl utopisch. Aus diesem Grund hat der Konzern angekündigt, alle Optionen für die Werke zu prüfen. Und alle Optionen beinhalten auch einen Verkauf.
Keine Interessenten?
Daraufhin kursierten gleich mehrere Medienberichte, wonach der Rohstoffgigant Vale Interesse an dem Werk in Brasilien haben könnte. Vale ist ohnehin bereits beteiligt. Ein Kauf lag eigentlich auf der Hand. Eigentlich. Doch Vale sieht sich nicht als Stahlkocher. Dort hat man abgewunken. Den Anteil erhöhen? Vielleicht. Das Werk übernehmen? Nein. Und auch Posco, der südkoreanische Stahlriese, hat offensichtlich kein Interesse an den beiden Werken. Nein, man habe nicht mit ThyssenKrupp gesprochen, heißt es aus der Konzernzentrale. Damit scheint wieder alles beim alten: ThyssenKrupp bleibt auf den Werken - vorerst - sitzen.

Die Aktie zeigt heute zumindest ein kleines Aufbäumen. Aber jetzt bereits von einer Trendwende zu sprechen, ist sicher noch zu früh. Optisch mag das Paper mittlerweile mehr als günstig bewertet zu sein. Doch alleine auf eine bessere zweite Jahreshälfte zu hoffen, ist angesichts der derzeitigen Unsicherheiten bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung fast schon Kaffeesatzleserei. DER AKTIONÄR rät vor dem Einstieg eine belastbare Bodenbildung abzuwarten - auch auf die Gefahr hin, dass man das eine oder andere Prozent verpasst. Derzeit überwiegen einfach noch die Risiken.
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