ThyssenKrupp: Posco – alles nur Täuschung?
Zunächst hat alles darauf hingedeutet, dass es der Stahlkonzern ThyssenKrupp schwer haben wird, seine beiden defizitären Werke in Übersee zu veräußern. Doch mittlerweile scheint es eine Vielzahl an Interessenten zu geben. Auch Posco hat sich jetzt überraschend zu Wort gemeldet.
Überraschend deshalb, weil Posco nach einem Bericht der Wirtschaftswoche noch scharf dementiert hatte, Interesse an dem Werk in USA zu haben. Doch jetzt bestätigte Posco-Chef Chung Joon Yang, intern eine Investition in die beiden Werke zu prüfen. In die beiden Werke. Also auch in das Werk in Brasilien. Gestern hatten bereits die beiden größten chinesischen Stahlkonzerne Interesse an dem Werk in Brasilien angemeldet. Auch der zweitgrößte Flachstahlproduzent Brasilien, Companhia Siderúrgica Nacional (CSN), hat Interesse an dem Werk in der Nähe von Rio verkündet.
JPMorgan sieht 21,00 Euro
Unterstützung für die Aktie gibt es auch von Analystenseite. Alessandro Abate, Analyst bei JPMorgan, sieht ein Kursziel von 21,00 Euro für die Aktie. Der Wert für Steel Americas dürfte unter den aktuellen Marktbedingungen zwischen 1,7 und 2,7 Milliarden US-Dollar liegen. Das Unternehmen sollte jedoch nicht der Finanzmarktlogik, sondern der Unternehmenslogik folgen und einen höheren Preis näher am Buchwert anstreben.

DER AKTIONÄR hat bereits mehrfach erklärt, dass sich der Verkaufsprozess für die beiden Werke in die Länge ziehen dürfte. Der Befreiungsschlag, der mit einem Verkauf wohl verbunden wäre, dürfte damit noch auf sich warten lassen. Dennoch: Das Schlimmste schient überstanden. Und Anlegern mit einem längeren Atem bietet sich derzeit ein interessantes Einstiegsniveau zum Aufbau einer ersten Position.
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