Markus Bußler
In Norwegen setzt man auf deutsche Stahlprodukte - zumindest in Sachen Geldanlage. Der staatliche Pensionsfonds des skandinavischen Landes hat seinen Anteil an ThyssenKrupp auf knapp über drei Prozent ausgebaut. Haben die Norweger den richtigen Riecher?
Glaubt man den Analysten der Deutschen Bank, dann machen die Norweger genau das richtige. Bastian Synagowitz rät in einer aktuellen Studie zum Kauf der Papiere. Er rechnet mit guten Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Seiner Ansicht nach ist der Markt zu pessimistisch hinsichtlich der Aussichten des Stahlgeschäfts. ThyssenKrupp sei durchaus in der Lage, steigende Rohstoffkosten zu kompensieren.
Preiserhöhungen durchgesetzt
Dies bestätigte auch Vorstandsvorsitzender Ekkehard Schulz im Interview mit dem AKTIONÄR. "In einem ersten Schritt ist es uns gelungen, bei den verhandelbaren Verträgen die Preiserhöhungen an unsere Kunden weiterzugeben", sagte er. Er zeigte sich zuversichtlich, dass ThyssenKrupp dies auch weiterhin gelingen wird. So konnte der Stahlkocher zum 1. Juli eine Preiserhöhung auf dem Markt durchsetzen.
Auch ansonsten zeigte sich Schulz optimistisch - vor allem mit Blick auf die neuen Werke in Brasilien und in den USA. So strebt der Konzern in Nordamerika eine Position unter den Top 5 der Qualitätsflachstahlproduzenten an. Schulz rechnet damit, dass die Weltkonjunktur in drei Jahren wieder das Niveau vor der Krise erreichen wird.

Die Norweger könnten also durchaus den richtigen Riecher beweisen, indem sie auf die Aktien von ThyssenKrupp setzen. In den vergangenen Wochen kam die Angst vor Überkapazitäten in der zweiten Jahreshälfte auf. Doch dank einer robusten Konjunktur und einer Autoindustrie, die sich schneller erholt, als von vielen gedacht, dürften diese Ängste unbegründet sein. DER AKTIONÄR hält die Aktie von ThyssenKrupp weiterhin für kaufenswert. Das Kursziel liegt bei 28,00 Euro.