ThyssenKrupp: Interessenten stehen Schlange - wann platzt die Bombe?
Einem Pressebericht zufolge will der Stahlkonzern ThyssenKrupp noch in diesem Jahr einen Käufer für den Verlustträger Steel Americas präsentieren. Interessenten gebe es genug. Ein Verkauf käme einem (teuren) Befreiungsschlag für den DAX-Konzern gleich.
Wie das Handelsblatt am Donnerstag unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, ist ThyssenKrupp auf einem guten Weg, den Verkaufsprozess für seine hochdefizitären Stahlwerke in Brasilien und den USA bis Mitte 2013 abzuschließen. Der Käufer soll noch 2012 präsentiert werden.
Neun Interessenten
Nach der ersten Bieterrunde seien neun Interessenten übrig geblieben, die unverbindliche Angebote eingereicht hätten, berichtet die Zeitung. Bei den Bietern handele es sich um ArcelorMittal, die asiatischen Baosteel, Posco, Nippon Steel und JFE, Vale und CSN aus Brasilien sowie die US-Stahlkonzerne Nucor und US Steel. ThyssenKrupp kommentierte die Informationen bislang nicht konkret, bekräftigte aber, dass es großes Interesse gebe.
Milliardengrab
Nach dem Bericht beliefen sich die Gebote auf zusammen vier Milliarden Euro - das sind rund drei Milliarden weniger als der derzeitige Buchwert der Stahlwerke in Brasilien und der USA. Die Anlagen haben sich für ThyssenKrupp wegen Planungsfehlern und veränderter Rahmenbedingungen wie der Aufwertung der brasilianischen Währung zu einem Milliardengrab entwickelt. Rund zwölf Milliarden Euro hat der Konzern inzwischen für die Anlagen ausgegeben.
Mit dem Verkauf soll einerseits der Schuldenberg von sechs Milliarden Euro getilgt und andererseits die Umwandlung zum Technologiekonzern fortgeführt werden.

Spannendes Schlussquartal
Die Hoffnung auf eine Erlösung von Steel Americas hat die ThyssenKrupp-Aktie in diesem Jahr deutlich steigen lassen. Die jüngsten Spekulationen könnten den Kurs weiter anheizen, doch ist immer wieder auch mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Vor einem Neueinstieg sollte ein Rücksetzer in den Bereich von 15,20 Euro abgewartet werden.
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