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ThyssenKrupp: Enttäuschung?

Markus Bußler

Nachdem die Aktie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp gestern deutlich zugelegt hat, geht es heute im Tagesverlauf wieder nach unten. Dabei sind die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger anlässlich der Hauptversammlung alles andere als überraschend. Der Markt stört sich offensichtlich an dem, was er nicht sagt.

Nachdem gestern Medienberichte die Runde machten, wonach ThyssenKrupp einen Rückzug aus Brasilien erwägt, schoss die Aktie förmlich nach oben. Das Werk nahe Rio hatte ThyssenKrupp während der Finanzkrise aus dem Boden gestampft. Doch die Baukosten sind explodiert und die Anlaufverluste summierten sich in den vergangenen Monaten. Hiesinger resümierte auch auf der Hauptversammlung, dass beim Stahlgeschäft in Brasilien und den USA weitere Verluste entstanden seien. Zu einem möglichen Verkauf sagte er bislang jedoch nichts.

Konzernumbau auf gutem Weg

Den Konzernumbau sieht der seit einem Jahr amtierende Konzernchef auf einem guten Weg. Der Konzernchef bekräftigte sein Vorhaben, sich von mehreren Geschäftsbereichen trennen zu wollen, um die Verschuldung zu reduzieren und Spielraum für Wachstumsinvestitionen zu erhalten. Auch die bis zum Jahresende geplante Trennung von der Edelstahlsparte Innoxum verlaufe nach Plan. Auch eine Prognose für das Geschäftsjahr 2011/2012 wollte der Konzernchef nicht geben. Die Unsicherheiten seien derzeit zu groß. Auch diese Nachricht hat der Markt alles andere als wohlwollend aufgenommen.

DER AKTIONÄR hatte zuletzt mutigen Anlegern zum Einstieg geraten. Die Aktie präsentiert sich nach wie vor höchst volatil. Zur Gewinnabsicherung sollten investierte Anleger einen Stoppkurs bei 19,00 Euro ins Auge fassen. Sollte sich die Berichte über einen Verkauf der Werke in Rio und auch in Alabama als richtig herausstellen, könnte dies zu einem Befreiungsschlag für die Aktie werden - selbst wenn in diesem Fall noch einmal hohe Verluste anfallen dürften. Die Aktie bleibt nach wie vor Anlegern mit guten Nerven vorbehalten.

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