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ThyssenKrupp: Die Uhr tickt

Markus Bußler

ThyssenKrupp befindet sich im Wandel. Aus dem einstigen Stahlriesen soll mehr und mehr ein Technologieunternehmen werden. Einer der wichtigsten Schritte neben der Veräußerung der Stahlwerke in Brasilien und Alabama/USA ist dabei der Verkauf der Edelstahlsparte Inoxium.

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Hier hat sich ThyssenKrupp bereits vor Monaten mit dem finnischen Konzern Outokumpu geeinigt. Doch wie das so ist, auch staatliche Stellen haben ein Wörtchen mitzureden. Sogar ein gewichtiges Wörtchen. In diesem Fall ist es die EU-Kommission, die dafür sorgen will, dass kein übermächtiger Konzern entsteht. Also muss Outokumpu Zugeständnisse machen. Bereits Mitte September haben die Finnen daher vorgeschlagen, man wolle sich von den schwedischen Schmelz und Kaltwalzwerken trennen. Doch da das eventuell nicht ausreicht, macht der Konzern weitere Zugeständnisse. So könnte das Edelstahlwerk von Inoxum im italienischen Terni zum Verkauf gestellt werden. Auch ausgewählte europäische Servicezentren könnten verkauft werden.

Bekenntnis zur Transaktion

Ungeachtet der neuen Zugeständnisse bekräftigte Outokumpu erneut, die Übernahme durchziehen zu wollen. „Unser Bekenntnis zur Inoxum-Transaktion sowie deren strategische Bedeutung bleiben trotz neuer Forderungen seitens der EU-Kommission unverändert bestehen", sagte Unternehmenschef Mika Seitovirta. Trotz der jetzt vorgeschlagenen Zugeständnisse erwartet er durch die Übernahme Kostensynergien von rund 200 Millionen Euro pro Jahr.

Die EU-Kommission hat nun bis zum 16. November Zeit, die Vorschläge von Outokumpu zu prüfen. Der Konzern betonte, die Übernahme noch in diesem Jahr abschließen zu wollen. ThyssenKrupp und Outokumpu hatten den 2,7 Milliarden Euro schweren Deal Anfang des Jahres bekanntgegeben. ThyseenKrupp will damit seinen Umbau vorantreiben und seinen Schuldenberg verringern.

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass der Verkauf - unter Auflagen - über die Bühne gehen wird und ThyssenKrupp seine Schulden ab- und den Technologiebereich ausbauen kann. Dann dürfte das große Ziel sein, die beiden verlustreichen Werke in Übersee zu verkaufen. Gelingt auch dies, könnte ThyssenKrupp seine Schulden nahezu tilgen und in die margenstarke Technologiesparte investieren. DER AKTIONÄR hält an seiner positiven Einschätzung zu der Aktie des im DAX gelisteten Unternehmens fest.

(mit Material von dpa-AFX)

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