ThyssenKrupp: Der nächste Anlauf
Rauf – und ganz schnell wieder runter. So lässt sich der Kursverlauf der Aktie des Stahl- und Technologiekonzerns ThyssenKrupp am besten beschreiben. Jetzt nimmt die Aktie einen neuen Anlauf, ihre Leidenszeit zu beenden. Doch nach wie vor sieht es aus fundamentaler Sicht nicht gut aus.
Zum einen hat Mitbewerber Salzgitter erst in dieser Woche die Prognose für das Stahlgeschäft gekappt. Zum anderen lastet nach wie vor die Unsicherheit um die Zukunft der beiden Stahlwerke in Übersee auf dem Konzern. Gerade das Werk in Brasilien bereitet den Vorstand Kopfzerbrechen. Die Kosten waren bereits während der Bauzeit explodiert. Und die Anlaufverluste in der Folgezeit sorgten dafür, dass der Gesamtkonzern im vergangenen Geschäftsjahr in die roten Zahlen gerutscht ist. Zuletzt hielt sich ThyssenKrupp alle Optionen offen - also auch einen Verkauf. Und hier ist zuletzt Bewegung in die Sache gekommen.
US-Banken beraten ThyssenKrupp
Nachdem der brasilianische Bergbauriese Vale, der bereits an dem Werk beteiligt ist, eine Komplettübernahme ausgeschlossen hat, bekundeten Stahlkonzerne aus Brasilien und China ihr grundsätzliches Interesse. Zuletzt hatte auch der südkoreanische Riese Posco seinen Hut in den Ring geworfen. Dass es ThyssenKrupp mit einem Verkauf ernst ist, dürfte die Meldung zeigen, dass sich das im DAX notierte Unternehmen die beiden US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley ins Boot geholt hat. Die beiden Investmentbanken sollen einen Käufer für die Werke in Brasilien und in den USA finden.

Eines ist klar: Ein Verkauf der beiden Werke dürfte nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen. Vielmehr dürften in den kommenden Wochen Gerüchte über mögliche Interessenten maßgeblichen Einfluss auf den Kursverlauf haben. Zudem ist aber auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung wichtig. Sprich: Weitet sich die Schuldenkrise in Europa aus, dann könnte dies zu einer erneuten Rezession führen. Das wiederum würde konjunktursensible Titel wie Stahlwerte erneut unter Druck bringen. Das Umfeld ist damit alles andere als freundlich für die Aktie von ThyssenKrupp. Dennoch: Das Schlimmste scheint mittlerweile eingepreist. Für Anleger mit einem langen Atem ist das Papier von ThyssenKrupp auf dem aktuellen Niveau durchaus interessant.
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