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Thomas Cook - Beruhigungspille für Arcandor

Steffen Eidam
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Der Touristikkonzern Thomas Cook liefert bei der Vorlage seiner Jahreszahlen einen optimistischen Ausblick ab. Davon profitiert auch die von Negativschlagzeilen gebeutelte Konzernmutter Arcandor.

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Der Touristikkonzern Thomas Cook liefert bei der Vorlage seiner Jahreszahlen einen optimistischen Ausblick ab. Davon profitiert auch die von Negativschlagzeilen gebeutelte Konzernmutter Arcandor.

Auch wenn sich die Berechnung der Geschäftszahlen von Thomas Cook im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht ganz einfach gestaltet, so zeigt sich das Gros der Analysten dennoch erfreut von den vorgelegten Daten und vor allem vom Ausblick. Weil die Briten ihren Turnus für die Jahreszahlen von Ende Oktober auf Ende September umgestellt haben, erstreckt sich der aktuelle Betrachtungsrahmen auf lediglich elf Monate. Während dieser Zeit (bis Ende September) erwirtschaftete der zweitgrößte Touristikkonzern Europas einen Umsatz von 8,167 Milliarden Pfund und einen um Sondereffekte und Umstrukturierungskosten bereinigten operativen Gewinn von 363,4 Millionen Pfund. Zieht man die letzten zwölf Monate heran (bis Ende September) – zum leichteren Vergleich mit dem Vorjahr – so zog der Gewinn um knapp 50 Prozent auf 365,9 Millionen Pfund an, die Erlöse stiegen gleichzeitig um rund zwölf Prozent auf 8,8 Milliarden Pfund. Durch die Integration von MyTravel fiel der Gewinn vor Steuern in den elf Monaten allerdings auf 49,5 Millionen Pfund zurück, während im (zwölfmonatigen) Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 190 Millionen Pfund erzielt werden konnte.

Optimistischer Ausblick

Trotz der Finanzkrise bekräftigte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa seine ursprünglichen Gewinnziele. Demnach soll sich der bereinigte operative Gewinn bis zum Geschäftsjahr 2009/10 auf 480 Millionen Pfund (574 Millionen Euro) belaufen. Der Firmenlenker wies darauf hin, dass die Synergien aus der Fusion mit MyTravel mit 215 anstelle von 155 Millionen Pfund um fast 40 Prozent höher ausfallen als bisher angekündigt. Kosteneinsparungen und Umstrukturierung sollen darüber hinaus dafür sorgen, dass das Gewinnziel nicht in Gefahr gerät. Die Anteilseigner dürfen sich zudem über eine massive Anhebung der Dividende von 5 auf 9,75 Pence je Aktie freuen.

Unterstützung für Konzernmutter Arcandor

Als Großaktionär profitiert natürlich insbesondere die deutsche Firmenmutter Arcandor, die 52,8 Prozent der Anteile hält, von der Beinahe-Verdopplung der Ausschüttung. Der schwer angeschlagene Handelskonzern wechselte zuletzt einen Großteil seiner Führungsriege aus. Anleger zeigten sich ob des Zeitpunkts kurz vor der Bekanntgabe der Bilanzzahlen am 15. Dezember höchst beunruhigt. Nicht wenige Marktteilnehmer deuteten dies als entscheidenden Indiz auf enttäuschende Geschäftszahlen. Die Zahlen von Thomas Cook wirkten daher wie ein Befreiungsschlag. Bis zum Nachmittag verteuerten sich die Arcandor-Titel um knapp acht Prozent auf 1,95 Euro, die Titel von Thomas Cook zogen um rund sechs Prozent auf 175 Pfund an. Angesichts der Turbulenzen im Vorstand und der bevorstehenden Bilanzpressekonferenz sollten Anleger die Aktie von Arcandor derzeit allerdings meiden.

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