Thomas Cook - Beruhigungspille für Arcandor

Der Touristikkonzern Thomas Cook liefert bei der Vorlage seiner Jahreszahlen einen optimistischen Ausblick ab. Davon profitiert auch die von Negativschlagzeilen gebeutelte Konzernmutter Arcandor.
Der Touristikkonzern Thomas Cook liefert bei der Vorlage seiner Jahreszahlen einen optimistischen Ausblick ab. Davon profitiert auch die von Negativschlagzeilen gebeutelte Konzernmutter Arcandor.
Auch wenn sich die Berechnung der Geschäftszahlen von Thomas Cook im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht ganz einfach gestaltet, so zeigt sich das Gros der Analysten dennoch erfreut von den vorgelegten Daten und vor allem vom Ausblick. Weil die Briten ihren Turnus für die Jahreszahlen von Ende Oktober auf Ende September umgestellt haben, erstreckt sich der aktuelle Betrachtungsrahmen auf lediglich elf Monate. Während dieser Zeit (bis Ende September) erwirtschaftete der zweitgrößte Touristikkonzern Europas einen Umsatz von 8,167 Milliarden Pfund und einen um Sondereffekte und Umstrukturierungskosten bereinigten operativen Gewinn von 363,4 Millionen Pfund. Zieht man die letzten zwölf Monate heran (bis Ende September) zum leichteren Vergleich mit dem Vorjahr so zog der Gewinn um knapp 50 Prozent auf 365,9 Millionen Pfund an, die Erlöse stiegen gleichzeitig um rund zwölf Prozent auf 8,8 Milliarden Pfund. Durch die Integration von MyTravel fiel der Gewinn vor Steuern in den elf Monaten allerdings auf 49,5 Millionen Pfund zurück, während im (zwölfmonatigen) Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 190 Millionen Pfund erzielt werden konnte.
Optimistischer Ausblick
Trotz der Finanzkrise bekräftigte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa seine ursprünglichen Gewinnziele. Demnach soll sich der bereinigte operative Gewinn bis zum Geschäftsjahr 2009/10 auf 480 Millionen Pfund (574 Millionen Euro) belaufen. Der Firmenlenker wies darauf hin, dass die Synergien aus der Fusion mit MyTravel mit 215 anstelle von 155 Millionen Pfund um fast 40 Prozent höher ausfallen als bisher angekündigt. Kosteneinsparungen und Umstrukturierung sollen darüber hinaus dafür sorgen, dass das Gewinnziel nicht in Gefahr gerät. Die Anteilseigner dürfen sich zudem über eine massive Anhebung der Dividende von 5 auf 9,75 Pence je Aktie freuen.
Unterstützung für Konzernmutter Arcandor
Als Großaktionär profitiert natürlich insbesondere die deutsche Firmenmutter Arcandor, die 52,8 Prozent der Anteile hält, von der Beinahe-Verdopplung der Ausschüttung. Der schwer angeschlagene Handelskonzern wechselte zuletzt einen Großteil seiner Führungsriege aus. Anleger zeigten sich ob des Zeitpunkts kurz vor der Bekanntgabe der Bilanzzahlen am 15. Dezember höchst beunruhigt. Nicht wenige Marktteilnehmer deuteten dies als entscheidenden Indiz auf enttäuschende Geschäftszahlen. Die Zahlen von Thomas Cook wirkten daher wie ein Befreiungsschlag. Bis zum Nachmittag verteuerten sich die Arcandor-Titel um knapp acht Prozent auf 1,95 Euro, die Titel von Thomas Cook zogen um rund sechs Prozent auf 175 Pfund an. Angesichts der Turbulenzen im Vorstand und der bevorstehenden Bilanzpressekonferenz sollten Anleger die Aktie von Arcandor derzeit allerdings meiden.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Noch-Vorstandsmitglied Helmut Merkel steht offenbar vor der Auflösung seinen Vertrags beim Handelskonzern. Erst vor kurzem wurde der Vertrag des Personalvorstands aufgelöst....mehr |
Vom Pleiteaspiranten zum Börsenhighflyer: Die Aktie des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook ist an der Börse seit Wochen heiß begehrt. Seit Anfang Dezember hat sich die Aktie im Wert verdreifacht. Doch die Frage ist: Wie nachhaltig ist der Trend?...mehr |
Der kriselnde Reiseveranstalter Thomas Cook hat einen neuen mächtigen Partner gefunden: die Deutsche Lufthansa. Die Airline will stärker ins Urlaubsgeschäft einsteigen und kooperiert dafür mit dem britischen Reiseveranstalter. Auch der deutsche Konkurrent TUI arbeitet zukünftig stärker mit der Lufthansa zusammen....mehr |
Die Aktie des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook ist mit einem kräftigen Ruck aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Nach einer Verdoppelung des Kurses in den vergangenen Tagen rauscht sie heute um über zehn Prozent nach unten. Was sollten Anleger jetzt tun?...mehr |
Nach dem dramatischen Kurseinbruch im vergangenen Herbst dümpelte die Aktie von Thomas Cook lange Zeit vor sich hin. Nun hat sie sich aber innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Allein heute beträgt das Plus über 20 Prozent. Ein kurzes Aufatmen oder der Beginn einer nachhaltigen Trendwende?...mehr |























