Alfred Maydorn
Am Dienstagabend gab Systaic die vorläufigen Zahlen für 2009 bekannt und enttäuschte dabei auf ganzer Linie. Noch schlimmer: Der deutsche Solarkonzern braucht anscheinend dringend neues Geld. Die Aktie verlor sofort über 20 Prozent an Wert. Wie sollen sich Anleger jetzt verhalten?
Wenn ein Unternehmen erst am späten Nachmittag eine Adhoc-Mitteilung herausgibt, ist das in der Regel kein gutes Zeichen. Der Versuch, möglichst unbemerkt schlechte Nachrichten platzieren zu wollen, ist aber bei Systaic definitiv gescheitert. Der Aktienkurs reagierte sofort und brach im späten Handel um über 20 Prozent ein. Aktuell notiert die Aktie nur noch bei 3,30 Euro. Sie hat sich damit seit Januar mehr als halbiert.
Ziele weit verfehlt
Systaic hatte am Dienstag vorläufige Eckdaten für 2009 bekannt gegeben. Der Umsatz wird rund 218 Millionen Euro erreichen und damit das ursprüngliche Ziel von 300 Millionen Euro weit verfehlen. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern wird mit 9,1 Millionen unter den 9,5 Millionen des Vorjahres liegen. Die Prognose für das laufende Jahr wurde vom Management drastisch nach unten korrigiert: Statt des ursprünglich angepeilten Umsatzes von 400 Millionen Euro sollen es nun nur noch etwa 20 Prozent mehr als im Jahr 2009 werden, also etwa 260 Millionen Euro.
Finanzlage kritisch
Besonders besorgniserregend in der Systaic-Pressemitteilung ist folgende Passage: "Zur Absicherung des Betriebsmittelbedarfs sowie laufender und geplanter Projekte im Bereich Industrielösungen verhandelt der Vorstand derzeit intensiv mit den Banken der Gesellschaft über eine kurzfristig notwendige Ausweitung der Finanzierungsrahmen." Systaic braucht also Geld - und zwar schnell. Falls es nicht gelingt, frisches Kapital zu besorgen, könnte es schnell dunkel werden bei Systaic. Darauf deuten auch die Formulierungen hin, die Ankündigungen mit dem Einschub "vorbehaltlich eines erfolgreichen Abschlusses der Finanzierungsgespräche" einschränken.
Mehr Risiken als Chancen
Die Adhoc-Mitteilung von Systaic lässt nur einen Schluss zu: Die Lage ist ernst, sehr ernst sogar. Insofern sind auch die kräftigen Kursabschläge nachvollziehbar. Anleger sollten den Titel meiden oder, sofern sie noch investiert sind, jetzt die Reißleine ziehen. Die Risiken weiterer Kursverluste überwiegen die Chancen auf eine nachhaltige Kurserholung deutlich.
