Florian Söllner
Der Systaic-Zock geht weiter. Die Aktie bleibt hochvolatil. Innerhalb weniger Tage hat sich das Papier glatt verdoppelt. Jetzt noch einsteigen?
"Selbst eine tote Katze wird hüpfen, wenn sie nur hoch genug fallengelassen wird", so ein englisches Sprichwort. Der Börsenbegriff Dead-Cat-Bounce kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man den jüngsten Kurssprung der Systaic-Aktie verfolgt. Doch noch scheint die Messe nicht gelesen. Dass sich Firmengründer Michael Viktor Kamp selbst wieder in den Vorstand wählen lässt, hat kurzfristig für Hoffnung gesorgt. Im Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen sagte er unter anderem: "In der nächsten Woche wird es erfreuliche Nachrichten (bezüglich der Fertigstellung von Projekten) geben. Insofern schießt schnell Liquidität in Systaic hinein. (...) Ich gehe davon aus, dass wir uns mit den Banken relativ schnell einigen."
Der neue Vorstandsvorsitzende hatte zur Unterstützung der geplanten Neuausrichtung mit sofortiger Wirkung Hawkpoint als Restrukturierungs- und Finanzberater mandatiert.

Dynamik lässt nach
Systaic ist derzeit ein schönes Spielzeug für Daytrader. Es gibt wenig Aktien mit einer solch hohen Volatilität. Aktionäre mit längerem Anlagehorizont sollten sich jedoch weiterhin von dem Papier fernhalten. Es wurde zu viel Vertrauen zerstört, als dass von einer schnellen, nachhaltigen Trendwende des operativen Geschäfts und des Kurses auszugehen ist. Zwar ist es positiv einzuschätzen, dass der Gründer persönlich wieder an die Front geht. Wie die Verhandlungen mit den Banken tatsächlich verlaufen, kann jedoch nicht seriös eingeschätzt werden.
Wenngleich die Charttechnik in diesem extremen Fall relativ wenig Aussagekraft hat, ist festzustellen, dass der Abwärtstrend - unter hohen, belastbaren Umsätzen - geknackt wurde. Positiv ist das Überwinden der 90-Tage-Linie bei einem Euro. Der lange Docht an der weißen Kerze ist jedoch ein Indikator für eine bereits wieder abnehmende Aufwärtsdynamik.