Thomas Bergmann
Der krisengeschüttelte Solarkonzern Systaic trennt sich von seiner Beteiligung am Joint Venture mit Webasto. Der Kaufpreis ist mickrig, dennoch explodiert der Kurs. Anleger sollten sich aber davon nicht blenden lassen.
Eine Unternehmensmeldung lässt heute den Kurs von Systaic explodieren. Zur Stunde notiert die Aktie auf Xetra bei 57 Cent und damit rund 20 Prozent höhrer als gestern zum Handelsschluss. Das Solarunternehmen hat sich von einer Beteiligung getrennt. Trotzdem sollten Anleger ihre Hab-Acht-Stellung nicht verlassen.
Erlös von einer Million Euro
Wie Systaic um 11:15 Uhr gemeldet hat, hat sich die Gesellschaft von seinem 64-Prozent-Anteil an dem Joint Venture Webasto Solar GmbH getrennt. Käufer ist der Automobilzulieferer Webasto, der bisher 36 Prozent der Anteile hielt.
Systaic erhält für seine Anteile rund eine Million Euro. In Anbetracht der finanziellen Probleme, mit denen der Konzern zu kämpfen hat, ist diese Zahlung begrüßenswert, aber noch lange keine Lösung. Wie Mitte Juni kolportiert wurde, werden Systaics Banken die Ende Juni fälligen Kredite nicht verlängern. Sollte dem so sein, dürfte das Unternehmen den Gang zum Konkursrichter antreten müssen. Die Million von Webasto wäre dann schnell aufgezehrt.

Zocken mit Verstand
Das Überleben Systaics hängt auch nach diesem Deal am seidenen Faden. Bekommt das Unternehmen keine neuen Kredite, droht die Insolvenz und damit ein Totalverlust. Wer darauf spekulieren möchte, dass die Firma überlebt, sollte deshalb nur mit Spielgeld agieren.