Dominik Schertel
Während beim Gros der deutschen Aktien die Verkäufer dominieren, legt ein Papier deutlich zu. Die Titel des Duft- und Geschmacksstoff-Spezialisten Symrise führen in einem schwachen Marktumfeld unangefochten die Spitze des MDAX an. Als Grund für die starke Performance wird einmal mehr die Spekulation um eine Übernahme des Holzmindener Konzerns genannt.
"Schlägt bald die Stunde der Belgier?", fragen die Experten des Nebenwerte-Journal in ihrer aktuellen Ausgabe. Einmal mehr werden damit die schon länger am Markt kursierenden Spekulationen über eine Übernahme von Symrise durch den belgischen Konzern Solvay aufgegriffen. Bereits mehrfach wurde der Hersteller von Duft- und Geschmackstoffen als Übernahmeziel von Solvay deklariert. "Ich würde die Spekulationen nicht zu ernst nehmen", kommentierte ein Händler. Die Symrise-Aktien reagieren dennoch mit deutlichen Aufschlägen.
"Kein Potenzial für positive Überraschungen"
Die Privatbank Merck Finck&Co hat Symrise in ihrer aktuellen Studie von "Buy" auf "Sell" abgestuft. Die im ersten Quartal gesehene Nachfrageerholung und die Verbesserung der Margen sei mittlerweile eingepreist, begründete Analyst Carsten Kunold. Zudem sei negativ zu werten, dass sich die Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen wieder verringern sollte und dass der Duft- und Geschmacksstoff-Spezialist im zweiten Halbjahr mit steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen haben dürfte. Insofern fehle es der Aktie an Potenzial für positive Überraschungen, so Kunold.
Chart angeknackst
Nach einer fulminanten Rallye in den Vormonaten, galt auch bei Symrise die Börsenweisheit "Sell in May and go away". Die Konsolidierung der vergangenen Wochen kostete dem Titel den seit März 2009 laufenden Aufwärtstrend. Nun im neuen Monat könnte das Papier wieder nach oben drehen. Dazu müssten zunächst die 90-Tage-Linie, die derzeit bei 17,03 Euro verläuft, sowie der kurzfristige Abwärtstrend nach oben durchbrochen werden. Dadurch würde ein charttechnisches Kaufsignal generiert.

Spekulation auf Trendwende
Zuletzt hatte DER AKTIONÄR Anlegern, die nicht ausgestoppt wurden, geraten, an den Papieren des MDAX-Konzerns festzuhalten. Nach den deutlichen Abschlägen der Vorwochen, erscheint bereits aus rein technischer Sicht eine kurzfristige Rallye wahrscheinlich. Auftrieb könnten zudem die nicht abreißenden Übernahmespekulationen verleihen. Anleger können weiterhin auf den MDAX-Wert setzen und sich auf dem aktuellen Niveau positionieren. Nach unten sollte die 14-Euro-Marke im Auge behalten werden. Das Kursziel bleibt vorerst bei 20,00 Euro.