Suntech-Aktie: Größter Solarhersteller, größte Probleme mit deutschen Staatsanleihen
Wo ist das Geld geblieben? Suntech Power ist offenbar betrogen worden. Die chinesische Solarfirma reicht Klage ein. Die Quartalszahlen werden verschoben.
Jetzt auch das noch. Der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen, Suntech Power, kämpft ohnehin mit einer hohen Verschuldung und einem stark defizitären Geschäft. Nun kommen offenbar weitere, außerordentliche Belastungen hinzu. Suntech klagt an, im Zusammenhang mit einem Investment in den europäischen Global Solar Fund von ehemaligen Geschäftspartnern betrogen worden zu sein. Suntech habe als Sicherheit deutsche Staatsanleihen im Wert von 560 Millionen Euro erhalten, welche wohl nie existiert hätten.
Operativ im Minus
Das operative Geschäft sei davon nicht betroffen. Gut läuft es dennoch nicht. Im ersten Quartal mussten ein 50-prozentiger Einbruch des Umsatzes und eine Ausweitung des Verlustes hingenommen werden. Bedrohlich: Die Nettoverschuldung liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro und das Verhältnis kurzfristiger Verbindlichkeiten zu den liquiden Mittel bei deutlich über 4. Ob das zweite Quartal besser war, bleibt zunächst unklar: Die Vorlage des Berichts für das abgelaufene Quartals wurde aufgrund der Betrugsvorwürfe von Suntech zunächst verschoben.

57 Prozent mit Short
Zwar hat Suntech bislang immer finanzielle Rückendeckung beziehungsweise Kredite von staatlicher Seite erhalten. Doch ist ein Scheitern der Firma ist auf lange Sicht dennoch nicht auszuschließen. Bereits vor einem Jahr hatte DER AKTIONÄR auf die "Pleitegefahr" hingewiesen und geraten, das Papier zu shorten.
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