Stresstest: Commerzbank, Postbank und Deutsche Bank im Fokus
Thorsten Küfner
In knapp zwei Wochen werden die Ergebnisse des Bankenstresstests veröffentlicht werden. Während Kreditinstitute wie die Deutsche Bank oder auch die Commerzbank wenig zu befürchten haben, dürfte die Postbank noch etwas zittern.
Es bleibt spannend im Bankensektor. Spätestens am 23. Juli dürften die Ergebnisse des Banken-Stresstests der Europäischen Union veröffentlicht werden. Unter den fast 100 getesteten Banken befinden sich 14 deutsche Großbanken. Während die Commerzbank (dank der Staatshilfen) und die Deutschen Bank wohl wenig zu befürchten haben, müssen andere Kreditinstitute mit einer dünneren Kapitaldecke noch eine Weile zittern. So etwa die Postbank, die mit einer Kernkapitalquote von 7,3 Prozent über ein sehr geringes Polster verfügt.
Stark in Südeuropa engagiert
Angesichts dieses recht dünnen Polsters (zum Vergleich: Deutsche Bank und Commerzbank kommen auf Kernkapitalquoten von 11,2 beziehungsweise 10,8 Prozent) könnte das starke Engagement der Postbank in südeuropäischen Ländern wie Portugal, Spanien und Italien den Bonnern noch Probleme bereiten. Denn im Stresstest wird neben einer Rezession auch eine deutliche Verschlechterung am Markt für Staatsanleihen simuliert. Dabei dürfen die Kernkapitalquoten der Banken nicht unter die Marke von 6,0 Prozent fallen - das könnte für die Postbank eng werden. Ist die Kapitalausstattung der Postbank nicht ausreichen, muss sich der Konzern frisches Kapital beschaffen, gleich ob vom Staat oder vom Markt.
Vorsicht geboten
Während DER AKTIONÄR an seinen Kaufempfehlungen für die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank festhält, sollten Anleger bei den Papieren der Postbank weiterhin Vorsicht walten lassen. Außer der dünnen Kapitaldecke trübt auch die im Vergleich zur Konkurrenz niedrigere Ertragsstärke das Bild. Kursfantasie hat die Aktie allein durch die Hoffnungen auf eine frühere Übernahme durch die Deutsche Bank.
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