Michael Herrmann
Der Arzneimittelhersteller STADA hat heute seinen Halbjahresbericht vorgelegt. Ergebnis und Umsatz stiegen zwar, lagen aber unterhalb der Erwartungen. Die Aktie setzt daraufhin die Talfahrt der vergangenen Tage fort.
Die Aktie des auf Nachahmerpräparate spezialisierten Arzneimittelhersteller STADA hat in den letzten Tagen bereits stark gelitten. Die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen sollte diesen Trend eigentlich stoppen. Doch auch nach Veröffentlichung der Zahlen ging es für die Aktie weiter abwärts. Das Papier verlor nach Bekanntgabe der Zahlen mehr als vier Prozent.
Umsatz und Gewinn gesteigert
Auf den ersten Blick erscheinen die Kursverluste nicht nachvollziehbar. Der Generikahersteller hat im ersten Halbjahr besser abgeschnitten als im Vorjahr und den Konzernumsatz um drei Prozent auf 778 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 14 Prozent auf 98,8 Millionen Euro zu. STADA bestätigte darüber hinaus sowohl die langfristigen Ziele für das Jahr 2014 als auch die Prognose für das aktuelle Jahr. Die erhoffte genauere Prognose blieb allerdings aus. Der Arzneimittelhersteller bekräftigte lediglich, dass er von einer Steigerung des Umsatzes in nicht genannter Höhe sowie einer positiven Entwicklung der Erträge ausgeht.
Commerzbank enttäuscht
STADA hat zwar mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet, liegt mit den Ergebnissen aber unter den Erwartungen der Analysten. Sie hatten im Schnitt mit einem Überschuss von 54,73 Millionen sowie einem Umsatz von 790,72 Millionen Euro gerechnet. Daniel Wendorff, Analyst der Commerzbank, betont, dass die Umsatzkennziffern im zweiten Quartal seine Prognosen verfehlt haben. Insbesondere in Osteuropa habe sich das Geschäft schwach entwickelt. Eine positive Überraschung sei dagegen die bereinigte operative Marge des Generikaherstellers gewesen, die mit 13,9 Prozent klar über der Konsensschätzung von 12,4 Prozent lag, weshalb er die Einstufung auf "Add" beließ.
Kaufsignale abwarten
Die Aktie hat nach Vorlage der Halbjahreszahlen ihre jüngste Talfahrt fortgesetzt. Neben der Enttäuschung über die Zahlen und Prognosen verwiesen Händler zudem auf das vom AKTIONÄR bereits beschriebene negative Chartbild. Durch die heutigen Kursverluste wurde der Stoppkurs des AKTIONÄRs bei 24,75 Euro erreicht. Mit neuen Investitionen sollten Anleger bis zu einer Aufhellung der charttechnischen Lage abwarten.
Jens Hasselmeier von Independent Research hat sich heute in einem Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen zur Aktie von STADA geäußert. Er ist für die Aktie positiv gestimmt, sieht ein Potenzial von 40 Prozent. Das Video steht hier für Sie zum Abruf bereit.