Michael Herrmann
Stada wird am Donnerstag seine Halbjahreszahlen veröffentlichen. Mehrere Analysten wagen bereits vorher eine Prognose und erwarten für das abgeschlossene erste Halbjahr ein Plus bei Umsatz und Gewinn.
Analysten zufolge hat der auf Nachahmermedikamente spezialisierte Arzneimittelhersteller Stada in den ersten sechs Monaten sowohl Umsatz als auch Gewinn gesteigert. Im Durchschnitt rechnen sie für das erste Halbjahr mit einem Anstieg des Gewinns um rund zwölf Prozent auf 54,73 Millionen Euro. Beim Umsatz gehen sie von 790,72 Millionen Euro aus. Im Vorjahr wurden nur 755,2 Millionen Euro umgesetzt. Für das operative Ergebnis wird eine deutliche Verbesserung von 85,5 auf 100,2 Millionen Euro erwartet.
Jahresprognose erhofft
Für das Gesamtjahr 2010 hat das Unternehmen bisher keine detaillierte Prognose abgegeben. "Wir können für das laufende Geschäftsjahr unverändert von der Chance ausgehen, bei mindestens stabilen operativen Margen ein Wachstum sowohl beim Umsatz als auch bei allen operativen Ertragszahlen erzielen zu können", hatte Konzernchef Hartmut Retzlaff Anfang Juni lediglich sehr vage die Aussichten für das Gesamtjahr formuliert. Die Analysten erwarten nun eine genauere Konzernprognose.
Stark in Russland
Commerzbank-Experte Daniel Wendorff verwies auf die angespannte Lage in Deutschland. Wegen der Rabattverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen dürfte die Marktsituation dort unverändert schwierig sein. Positiv sieht Wendorff dagegen die Entwicklung in Russland, die bereits im ersten Quartal sehr gut war. Auch Thomas Maul, Analyst der DZ-Bank, hebt das starke Russlandgeschäft als Wachstumstreiber hervor und erwartet beim bereinigten EBITDA ein Plus von 15 Prozent. Der Konzernausblick wird seiner Ansicht nach bestätigt werden.
Zahlen und Kaufsignale abwarten
Kann Stada die langfristigen Umsatz- und Ergebnisziele erreichen, ist die Aktie aus fundamentaler Sicht eine absolut attraktive Position. Bleibt die Frage, ob sich ein Einstieg zum derzeitigen Kurs empfiehlt. Aus charttechnischer Sicht ist dies derzeit eher zu verneinen. Seit dem Bruch des langfristigen Aufwärtstrends befindet sich die Aktie in einem Abwärtstrend. Erst wenn dieser gestoppt wird, werden aus charttechnischer Sicht neue Kaufsignale generiert. DER AKTIONÄR empfiehlt daher vor einem Kauf die Halbjahreszahlen abzuwarten. Reagieren Analysten und Märkte positiv, könnte der kurzfristige Abwärtstrend gestoppt und damit Kaufsignale generiert werden.