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Staat garantiert für private Spareinlagen

Michael Schröder

Die Bundesregierung reagiert auf die steigende Nervosität der Sparer, die sich wegen der Zuspitzung der Finanzkrise Sorgen um ihr Geld machen. Erstmals in der Geschichte wurde eine Staatsgarantie für alle Spareinlagen privater Anleger abgegeben. Die Garantie umfasst eine Summe von 568 Milliarden Euro, dürfte aber auf über 1.000 Milliarden Euro ansteigen.

Die Bundesregierung reagiert auf die steigende Nervosität der Sparer, die sich wegen der Zuspitzung der Finanzkrise Sorgen um ihr Geld machen. Erstmals in der Geschichte wurde eine Staatsgarantie für alle Spareinlagen privater Anleger abgegeben. Die Garantie umfasst eine Summe von 568 Milliarden Euro, dürfte aber auf über 1.000 Milliarden Euro ansteigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte erstmals einen Komplettschutz für alle Spareinlagen der Bürger in Aussicht. „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind“, so Merkel. Dafür stehe die Bundesregierung ein. „Wir werden nicht zulassen, dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des gesamten Systems wird“, versicherte die Bundeskanzlerin. Damit würde über die bisherigen Sicherungssysteme hinaus eine Staatsgarantie für private Spareinlagen in ganz Deutschland greifen. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück betonte, die Sparer müssten nicht befürchten, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren.

Diese Komplettgarantie decke eine Summe von 568 Milliarden Euro für private Spareinlagen sowie noch nicht näher bezifferbare Summen für Termingelder und Girokonten von Privatpersonen ab, erklärte der Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Torsten Albig, gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. „Insgesamt liegt der Wert also deutlich 1.000 Milliarden Euro“, so Albig. „Das muss noch abgegrenzt werden“. Steinbrück selbst betonte im ZDF, diese Garantie werde keinen anderen Investoren wie zum Beispiel Investmentfonds angeboten. Der Schritt solle ein „Signal“ der Sicherheit für Bürger mit privaten Einlagen setzen und verhindern, dass das Geld in größerem Umfang abgehoben werde.

Bisher haben Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken eigene unabhängige Sicherungssysteme. Gerät eine private Bank in Turbulenzen, kommt die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zum Tragen. Bei einer Bankenpleite sind 90 Prozent der Spareinlagen durch diese gesetzliche Einlagensicherung geschützt, höchstens allerdings nur 20.000 Euro. Für die übrigen zehn Prozent und Schäden über 20.000 Euro hinaus springt der Einlagensicherungsfonds der Privatbanken ein. Als Reaktion auf die deutsche Staatsgarantie für private Spareinlagen will nun auch Österreich die staatliche Einlagensicherung erhöhen. Finanzminister Wilhelm Molterer wolle einen entsprechenden Vorschlag am Mittwoch in den Ministerrat einbringen.

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