Alfred Maydorn
Der deutsche Branchenprimus Solarworld hat seine Bilanz für das erste Halbjahr vorgelegt. Der Umsatz wurde um über 50 Prozent gesteigert, der Gewinn stagnierte allerdings. Reicht das vorgelegte Ergebnis, um endlich wieder Schwung in die Aktie zu bringen?
Das Umsatzwachstum in den ersten sechs Monaten kann sich sehen lassen: Die Erlöse stiegen um 50,8 Prozent auf 608,4 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging im Vergleich zum Vorjahr allerdings leicht von 83,3 auf 81,2 Millionen Euro zurück.
US-Geschäft wird ausgebaut
Solarworld-Chef Frank Asbeck ist zufrieden: "Die weltweiten Produktionsstandorte arbeiten mit Vollauslastung, der Ausbau läuft planmäßig. Wir investieren in hochmoderne, effiziente Fertigungen. Die Solarworld ist fit für die Märkte der Zukunft!" Insbesondere das US-Geschäft wird weiter ausgebaut. Hier soll bis zum Jahresende eine Kapazität von 350 MW erreicht werden. Auch die Marketingmaßnahmen wurden im wichtigen Zukunftsmarkt USA verstärkt: Seit Mitte Juli wirbt Larry Hagman, bekannt als J.R. Ewing aus der Serie "Dallas", für Solarworld.
Keine Prognose
So richtig und wichtig die Expansion in den USA auch ist, die vorgelegten Zahlen dürften die Anleger nur wenig begeistern. Insbesondere die stagnierenden Gewinne sind alles andere als befriedigend. Die chinesischen Konkurrenten - wie etwa Solarfun in der vergangenen Woche - haben zuletzt weitaus bessere Ergebnisse präsentiert - und vor allem einen positiven Ausblick abgegeben. Bei Solarworld gab es erneut keine konkrete Prognose, was den weiteren Jahresverlauf angeht.
Aktienkurs unter Druck
Zuletzt hat sich die Solarworld-Aktie wieder bedrohlich nahe der wichtigen Marke von 10,00 Euro genähert. Am Dienstag notierte der Titel nur noch bei 10,15 Euro. Das heute vorgelegte Zahlenwerk wird kaum ausreichen, um eine Trendwende einzuleiten. Im Gegenteil, vor allem der fehlende Ausblick könnte die Aktie weiter unter Druck bringen.