Alfred Maydorn
Um 11 Uhr begann am heutigen Donnerstag die Hauptversammlung von Solarworld in Bonn. Die Entwicklung des Aktienkurses lässt nichts Gutes vermuten: Das Papier verliert erneut an Wert und ist im Tagesverlauf mit 8,50 Euro auf ein neues Fünf-Jahrestief gefallen.
Die Partystimmung der Solarworld-Hauptversammlung des Jahres 2007 dürfte sich in der diesjährigen Zusammenkunft der Aktionäre in eine handfeste Katerstimmung verwandelt haben. Von damals 48 Euro ist die Aktie auf mittlerweile unter neun Euro abgestürtzt. Firmenchef Frank Asbeck wird sich in Bonn unangenehmen Fragen seiner Anteilseigner stellen müssen.
Große Verluste, kleine Dividende
Viel zur Beruhigung scheint Asbeck bisher wohl nicht beigetragen zu haben, denn der Aktienkurs hat sich im Verlauf der Sitzung in der ehemaligen Bundeshauptstadt weiter verbilligt und ist auf ein neues Jahrstief abgerutscht. Auch die minimale Anhebung der Dividende von 0,15 auf 0,16 Euro dürfte die Anleger kaum beruhigen - sie ist in Anbetracht der Kursverluste von über sieben Euro pro Aktie allein seit Januar nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
Fragen über Fragen
Die Anleger wollen wissen, was der Konzernchef der rechts und links überholenden chinesischen Konkurrenz entgegensetzen will, wie er die Trendwende bei den zusammenschrumpfenden Margen zu erreichen gedenkt. In der Vergangenheit war Frank Asbeck um Antworten selbst auf die unangenehmsten Fragen nie verlegen. Und letztlich ist es vor allem dem umtriebigen Vorstand zu verdanken, dass Solarworld heute besser da steht als die meisten anderen deutschen Solarfirmen.
Schmerzgrenze erreicht
Die Lage ist dennoch ernst. So konnten weder der in der letzten Woche gestartete Aktienrückkauf noch eine Kaufempfehlung am Mittwoch den Abwärtstrend der Aktie stoppen. Und es spricht derzeit nicht viel dafür, dass positive Impulse vom Treffen der Aktionäre zu erwarten sind. Im Gegenteil, die Schmerzgrenze vieler Anleger ist längst überschritten.
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