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Solarworld stürzt unter 10 Euro - wie geht es weiter?

Alfred Maydorn

Die Hoffnungen auf eine Trendwende bei Solarworld haben sich zerschlagen: Die Aktie des deutschen Solar-Branchenprimus ist am Mittwochmorgen erneut unter 10 Euro gefallen und damit auf das Niveau von Mitte März. Droht jetzt ein weiteres Abrutschen? Wie sollten sich Anleger verhalten?

Und wieder einmal kein schöner Tag für Solar-Anleger. Die Kurse brechen am Mittwoch im frühen Handel auf breiter Front ein und bauen ihre Kursverluste des Vortages aus. Solarworld verliert über drei Prozent an Wert und notiert nur noch bei 9,86 Euro. Bis zum Jahrstief von 9,15 Euro ist es nicht mehr weit.

Dick im USA-Geschäft

Auch die vor Börsenbeginn veröffentlichte Meldung von Solarworld, dass man bei der Expansion in den USA gut vorankomme, vermochte den Absturz nicht zu bremsen. Solarworld ist nach eigenen Angaben mittlerweile der "größte Hersteller hocheffizienter Solarstromprodukte in den Vereinigten Staaten". Allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis der Markt in den USA auch nur annähernd das Volumen in Deutschland erreicht. Die European PhotoVoltaic Industry Association (EPIA) geht davon aus, dass dies erst im Jahr 2014 so weit sein wird.

Schrumpfende Margen, reduzierte Erwartungen

Kurzfristig sieht sich Solarworld weiterhin dem Preisdruck der chinesischen Mitbewerber ausgesetzt, die ihre Solarmodule um bis zu 50 Prozent günstiger verkaufen. Die Analysten befürchten bei Solarworld weiter schrumpfende Margen und reduzieren kontinuierlich ihre Gewinnerwartungen. Wurde zu Jahresbeginn noch ein Gewinn von 0,95 Euro pro Aktie für das laufende Jahr erwartet, so rechnen die Experten jetzt nur noch mit 0,59 Euro je Anteilschein. Die Gewinnerwartungen sind somit sogar stärker gefallen als die Aktie, die seit Jahresbeginn rund 35 Prozent eingebüßt hat. Dies schlägt sich in einer höheren Bewertung nieder: Mit einem 2010er-KGV von 17 ist Solarworld kein Schnäppchen.

Charttechnisch ist Solarworld durch den Absturz unter 10 Euro stark angeschlagen, letzten Halt bietet jetzt das März-Tief bei 9,15 Euro.

Gefahr weiterer Kursverluste

Sowohl charttechnisch als auch fundamental spricht aktuell wenig für eine Trendwende bei Solarworld. Im Gegenteil, die Gefahr weiterer Kursverluste ist gegeben. DER AKTIONÄR rät weiterhin zur Zurückhaltung bei Solarworld. 

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