Alfred Maydorn
Zusammen mit sieben US-Herstellern von Solarmodulen hat Solarworld eine Koalition gegründet, die sich beim US-Handelsministerium über das Preis-Dumping chinesischer Hersteller beschwert. Deren Aktien sind am Mittwoch kräftig unter Druck geraten.
„Die künstlich niedrig gehaltene Preis von Solarprodukten aus China lähmen unsere heimische Industrie" sagt Gordon Brinser von Solarworld Industries America. Nur durch die hohen staatlichen Subventionen seien die chinesischen Firmen in der Lage, ihre Module zu Kampfpreisen anbieten zu können.
40 Prozent Preiseinbruch
Die neu gegründeten Koalition mit dem Namen „The Coalition for American Solar Manufacturing" wirft den chinesischen Solarfirmen vor, sie seien für den massiven Preisverfall bei Solarmodulen verantwortlich. Seit Jahresbeginn sind die Preise um 40 Prozent eingebrochen. Die chinesischen Exporte in die USA hätten sich von 2008 bis 2010 mehr als verdreifacht. Allein im Juli 2011 seien so viele Solarmodule in die USA geliefert worden wie im gesamten Jahr 2010.
Kurssturz in China
Die Aktien der chinesischen Solarfirmen gerieten am Dienstag kräftig unter Druck. JinkoSolar verlor sechs Prozent an Wert, Trina Solar 8,5 Prozent und Yingli Green Energy sogar 9,5 Prozent. Inwieweit die Kursabschläge direkt mit den Vorwürfen der Koalition zusammenhängen ist ungewiss. In den vergangenen Wochen waren größere Kursausschläge bei chinesischen Solaraktien an der Tagesordnung.
Keine großen Auswirkungen
Inwieweit die Koalition um Solarworld mit ihrer Beschwerde Erfolg hat, bleibt abzuwarten. In den nächsten 20 Tagen wird entschieden, ob es eine Untersuchung geben wird. Diese dürfte sich dann über mehrere Monate hinziehen. Vor diesem Hintergrund ist auch nicht mit Auswirkungen auf die Kurse der Aktien zu rechnen. Solarworld gibt am Donnerstag im frühen Handel leicht auf 2,97 Euro nach.