Solarworld muss dringend reagieren: Commerzbank spricht Tacheles
Ein Blick in die Analyse der Commerzbank bestätigt die problematische Situation bei Solarworld. Den Experten zufolge muss der deutsche Solarmodulhersteller seine Bilanz restrukturieren.
Die Solarworld-Aktie rutscht am Dienstag weiter ab. Anteil daran hat die Studie der Commerzbank. Expertin Lauren Licuanan schreibt: Die Bilanz von Solarworld muss dringend restrukturiert werden. Zudem glaubt die Commerzbank, dass das EBIT von Solarworld negativ bleibt. Daher wird auch die künftige Bedienung der großen Schuldenlast als problematisch betrachtet.
Solarworld habe Stand jetzt weniger als 24 Monate finanzielle Luft, die Fixkosten von monatlich 23 Millionen Euro zu stemmen.
Auch zum US-Geschäft von Solarworld liefert Commerzbank interessante Details. 2012 wird alleine hier ein EBIT von Minus 31 Millionen Euro erwartet. Vor allem die vom AKTIONÄR wiederholt thematisierte Wafer-Problematik missfällt der Analystin. Die Möglichkeit, den Gewinn durch vorübergehende Wafer-Erträge zu unterstützen, schwinde. Bemerkenswert: 2011 waren der Commerzbank zufolge 48 Prozent des operativen Gewinns auf positive Effekte durch kundenseitige Aufhebung von Wafer-Langfristverträgen zurückzuführen.
Relativ teuer
2012 werde Solarworld insgesamt einen ein Verlust von 72 Millionen Euro einfahren. Für 2013 wird mit einem EBIT von minus 205 Millionen Euro gerechnet. Die Bewertung sei angesichts eines EnterpriseValue/Umsatz-Ratios von 1,3 höher als die der Peer-Group (0,5).
Die Commerzbank hatte gestern das bisher noch relativ hohe Kursziel von 2,50 Euro auf 0,80 Euro reduziert. Aus der „Halten"-Empfehlung wurde damit eine deutliche Verkaufsempfehlung.
Auch ansonsten gibt es wenig Schützenhilfe von Analysten. Nur zwei Experten raten zum Kauf, neun verhalten sich "Neutral" und zwölf haben ein "Verkaufen"-Rating veröffentlicht. Auch die UBS hat das Kursziel unlängst von 1,50 auf 1,00 Euro gesenkt. Ein Grund: Die Bilanz der Firma bleibe eine der Hauptsorgen. Mehr zur Bilanz lesen Sie hier: "Bilanz-Zündstoff: Solarworld mit großen Problemen"

DER AKTIONÄR rät weiterhin, das Papier von Solarworld zu meiden. Schon aus charttechnischer Sicht: Das Papier notiert unter allen Durchschnittslinien und droht jetzt, unter die Marke bei einem Euro zu rutschen.
Siehe auch: "Zeit zum Wechseln"
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