Solarworld-Konkurrent Suntech setzt mit Siemens auf Afrika
Der weltgrößte Solarmodulhersteller Suntech hat Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Erneut ist die Solarfirma deutlich geschrumpft. Doch die Nachfrage aus Japan hat die Schwäche in Europa etwas kompensiert.
Der hochverschuldete chinesische Solarmodulhersteller Suntech hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Während der Absatz nur um zehn Prozent rückläufig war, sank der Umsatz wegen des anhaltenden Preisverfalls gegenüber dem zweiten Quartal 2012 um 18 Prozent auf 387 Millionen Dollar. "Auch Suntech kann sich dem Preisverfall nicht entziehen. Doch die vorläufigen Finanzergebnissee waren weit besser als man befürchten musste", so das Berliner Zentrum für Solarmarktforschung.
Suntech konnte den Nachfrageausfall in Europa zumindest teilweise durch Umsätze in China, Japan und Thailand kompensieren. Am Montag teilte Suntech zudem mit, mit Siemens erneut zwei Solarprojekte mit einer Gesamtgröße von 100 MW in Südafrika zu realisieren.
Schulden belasten
Doch noch ist Suntech weit vom rettenden Ufer entfernt. Im vierten Quartal werden ein weiterer Umsatzrückgang und eine leicht negative Rohmarge erwartet. Spannend bleibt, wie die hohen Schulden im Griff behalten werden. So steht im März 2013 die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 541 Millionen Dollar an. Ingesamt hat Suntech - verführt von günstigen staatlichen Krediten - knapp 2,3 Milliarden Dollar Schulden angehäuft. Suntech hatte bereits im September einen Teil der Produktion geschlossen. Im November wurde zudem die Herstellung von Modulen in Arizona gedrosselt.
Solarworld hofft auf Japan
Hoffnung macht die Expansion nach Japan. Doch während in Deutschland 2012 rund 7,5 GW verbaut werden dürften, werden in Japan erst 1,8 GW erwartet. Die Berliner Experten sind der Meinung: "Der japanische PV-Markt wird aus deutscher Sicht überbewertet. Zwar wird zum ersten Mal die Kernenergiepolitik hinterfragt. Ein Kurswechsel wie in Deutschland ist jedoch trotz Fukushima nicht zu erwarten."
Auch die jüngst angekündigte Eröffnung eines Vertriebsbüros der deutschen Solarworld in Japan wird skeptisch gesehen: "Solarworld unterschätzt die Markteintrittskosten in Japan. Es wäre weit sinnvoller für das Unternehmen seinen deutschen Heimatmarkt zu verteidigen."

Suntech sollte weiter gemieden werden. DER AKTIONÄR hatte schon vor einem Jahr auf die "Pleitegefahr" von Suntech hingewiesen.
Die aktuelle Einschätzung des AKTIONÄRs zu Solarworld lesen Sie hier.
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