Alfred Maydorn
Erneut führt Solarworld die Verliererliste im TecDAX an. Die Aktie verliert fast vier Prozent und kostet nur noch 9,37 Euro. Sowohl Privatanleger als auch viele Profis werfen ihre Aktien aus Angst vor weiter fallenden Kursen auf den Markt. Wie geht es weiter mit der ehemaligen Vorzeigeaktie der deutschen Solarbranche?
Und täglich grüßt das Murmeltier: Wie zuletzt praktisch jeden Tag hat sich Solarworld auch am Dienstag den ersten Platz unter den TecDAX-Verlierern gesichert. Die Verluste der letzten sieben Handelstage summieren sich mittlerweile auf 19 Prozent. Seit dem am 8. Januar erreichten Jahreshoch bei 16,84 Euro ist der Aktienkurs sogar um 44 Prozent eingebrochen.
Ende der Premium-Zeit
Lange Zeit sah es so aus, als könne sich Solarworld dem Abwärtstrend der Solarbranche entziehen. Während Q-Cells, Conergy und Solon schon tiefrote Zahlen schrieben, glänzte der Bonner Branchenprimus noch immer mit sonnigen Ergebnissen. Experten bescheinigten dem Unternehmen wiederholt einen Sonderstatus: Als Premiumanbieter könne Solarworld am Markt höhere Preise durchsetzen und stehe nicht in direktem Wettbewerb mit den Billiganbietern aus China.
Einbrechende Margen
Mittlerweile haben sich dunkle Wolken über die ehemals strahlende "Solarwelt" geschoben. Die Margen von Solarworld sind im vierten Quartal auf nur noch neun Prozent eingebrochen und viele Analysten befürchten im laufenden Jahr weitere Einbußen bei den Gewinnspannen. Auch Solarworld leidet nun unter dem zunehmenden Preisdruck der chinesischen Konkurrenten, deren Produktionskosten um bis zu 40 Prozent unter denen in Deutschland liegen.
Schätzungen und Kurse runter
Es steht zu befürchten, dass sich die Kursverluste bei Solarworld fortsetzen. In den kommenden Wochen ist mit weiteren Absenkungen der Gewinnschätzungen zu rechnen. Die charttechnische Situation sieht bedrohlich aus und lässt ebenfalls weitere Kursabschläge erwarten. Die nächste Unterstützungszone findet sich erst wieder zwischen 6,00 und 7,50 Euro. Auf diesem Niveau notierte Solarworld zuletzt im Frühjahr 2005.
Die 100-Prozent-Spekulation
Derzeit lässt nur die mittlerweile völlig überverkaufte Situation von Solarworld auf eine technische Gegenbewegung nach oben hoffen. Darauf spekulieren sollte man allerdings nicht. Im Gegenteil, risikobereite Anleger können bei einigen Solartiteln auf fallende Kurse spekulieren. Hier bietet sich das amerikanische Pendant zu Solarworld an. Der US-Solarkonzern befindet sich unmittelbar vor dem charttechnischen Durchbruch nach unten und wird in Kürze seine Quartalszahlen vorlegen. Ähnlich wie bei Solarworld könnte eine Enttäuschung der Auslöser für einen kräftigen Kurssturz sein. Um welche Aktie es sich handelt und mit welchem Hebelprodukt Sie Ihr Kapital verdoppeln können, lesen Sie im Spezialreport "Solar-Ausverkauf: Letzte Chance auf 100 Prozent."
