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Solarworld-Chef Asbeck: Großer Einbruch, aber Hoffnung

Florian Söllner

Die Solarworld-Aktie muss erneut eine drastische Analysten-Abstufung hinnehmen. Doch Solarworld-Chef Frank Asbeck bleibt in einem neuen Interview mit dem DAF zumindest auf lange Sicht optimistisch.

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Eine gute und eine schlechte Nachricht für Solarworld-Aktionäre. Die Gute: Es gibt Spekulationen, wonach die Regierung zumindest beim Datum der Solar-Kürzung mit sich reden lässt - ein späterer Zeitpunkt als März könnte wieder lukrative Vorzieheffekte für deutsche Solarfirmen auslösen. Die Schlechte: Goldman Sachs stufte die Solarworld-Aktie dennoch von 2,20 auf 1,60 Euro ab.

"Der Zubau in Deutschland wird abrupt abreißen. Das ist kostenseitig von vielen nicht mehr auffangbar." Auch Solarworld-Chef Frank Asbeck warnte nun in einem Interview mit dem DAF vor den Auswirkungen der deutschen Förderkürzung. Man wolle den Zubau in GW begrenzen - egal wie günstig er werde. Das sei nicht der richtige Weg. Für die durchschnittliche Solarfirma sieht er daher schwarz: "Wenn ein Markt aufgrund eines gesetzlichen Hauruck-Verfahrens von 7,5 GW auf unter 2,5 GW absinkt, wird sich für die gesamte deutsche Solarindustrie den Ausleseprozess beschleunigen."

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Er vergisst jedoch nicht, auf die Vorteile der durch die Podolski-Werbung bekannten Solarworld hinzuweisen: "Wir haben ein ordentliches Produkt und einen Auslandsanteil von 68 Prozent. Die 32 Prozent, die wir im Inland verkaufen, verkaufen wir in einem Segment, das immer Bestand haben wird - nämlich die Erzeugung auf dem eigenen Dach zur Einspeisung und zum eigenen Verbrauch. Aufgrund der steigenden Energiepreise wird sich das immer weiter ausdehnen - immer mehr Menschen werden ihre eigene Energiewende machen. Das ist auf lange Sicht eine klare Perspektive für Solarworld."

Zu beachten ist jedoch: Auch in den USA hat Solarworld zuletzt Geld verloren. Zudem sind viele Auslandsumsätze indirekt vom deutschen Markt abhängig, da Waferkunden von Solarworld ihre fertigen Module bisher zu großen Teilen genau hier verkaufen (siehe auch Wafer-Problematik).

Schwaches Jahr 2012

Interessant ist der "Ausblick" von Asbeck im DAF-Interview. Auf die Frage, ob Solarworld mittel- und langfristig wieder wachsen wolle, sagte er untypisch vorsichtig: „Das ist unser Bestreben - aber heute keine Umsatz- und Gewinnprognose." Nicht nur deswegen ist die Einschätzung vieler Analysten, dass Solarworld selbst 2012 wächst, mit großer Vorsicht zu genießen.

Wenngleich Solarworld aufgrund einer vergleichsweise wenig angeschlagenen Bilanz und des starken Markesnamens auf lange Sicht wieder interessant werden könnte, bleibt die Aktie aufgrund der derzeit überwiegenden Risiken und hohen Bewertung (2012er-KGV 21) zunächst ein Verkauf.

Mehr zum "Todesstoß" und den Aktien von Solarwold und Q-Cells sehen Sie auch im neuen AKTIONÄR-TV-Interview mit dem Autor dieses Artikels.

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