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Solarworld-Bilanz: Hohe Risiken wegen Wafer- und Silizium-Dilemma

Florian Söllner

Der Blick in die heute vorgelegte Bilanz der Solarworld AG zeigt, dass weiterhin Potenzial für schlechte Nachrichten besteht. Weitere Abschreibungen drohen. Die Aktie bleibt ein Verkauf.

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Über zehn Prozent Minus. Das Urteil der Anleger über die heute vorgelegten Solarworld-Zahlen fällt eindeutig aus. Das Hauptproblem: Solarworld verliert nicht nur Geld durch die Produktion und den Verkauf von Solarmodulen. Darüber hinaus belasten ungünstig abgeschlossene Langfristverträge. Solarworld hat viel zu viel Silizium bestellt. Zumal gleichzeitig die lukrativen Verträge zur Lieferung von Wafern wegbrechen (siehe auch: Bilanz-Zündstoff)

Hohes Restrisiko

Solarworld musste nun zum Stichtag bereits eine Wertberichtigung von 81 Millionen Euro aufgrund des Silizium-Dilemmas vornehmen. Der Konzern erklärt: "Die erfasste Wertberichtigung berücksichtigt dabei zum einen die Risiken aus einem geringeren Eigenbedarf an Silizium gegenüber den fest kontrahierten Mengen sowie dem im 1. Halbjahr 2012 nun nachhaltig gesunkenen Marktpreis für Silizium."

Doch das Risiko ist damit nicht komplett aus der Bilanz. Solarworld berichtet, dass sich die geleisteten Anzahlungen auf insgesamt 229 Millionen Euro bei einem kontrahierten Einkaufsvolumen für die nächsten sieben Jahre von 1,4 Milliarden belaufen. Das weitere mögliche Gesamtrisiko wird zwischen 67 und 103 Millionen Euro angegeben.

Auch die im Juli gemeldete Vereinbarung mit Gläubigern über eine Umstrukturierung der Schulden war nicht umfassend. Im Halbjahresbericht steht: "Mit einem Gläubiger, der Darlehensforderungen in Höhe von 75 Millionen Euro auf sich vereint, befindet sich die Solarworld in finalen Verhandlungen über die Anpassung des Kreditvertrages."

"Fortbestand nicht gefährdet"

"Aus heutiger Sicht schätzt der Vorstand des Unternehmens die Risikolage weiterhin als hoch ein", so Solarworld. Dennoch sei der Fortbestand des Konzerns zum Zeitpunkt der vorliegenden Berichterstattung nicht gefährdet.

Derzeit summieren sich die kurzfristigen Schulden auf 654 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen 818 Millionen Euro kurzfristige Vermögenswerte. Eine auf dem ersten Blick komfortable Situation. Doch hinzu kommen 696 Millionen Euro langfristige Schulden und ein deutlich defizitäres Geschäft.  Selbst um Wertberichtungen bereinigt lag das operative Ergebnis im ersten Halbjahr mit 30 Millionen Euro im Minus. Dabei war gerade dieser Zeitraum von Vorzieheffekten in Deutschland geprägt - das Umfeld wird nicht einfacher.

Die Eigenkapitalquote von Solarworld ist innerhalb eines Jahres von 36 auf nunmehr 25 Prozent gesunken. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung, die Aktie von Solarworld zu meiden.

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