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Solarworld-Angstgegner Suntech hofft auf Zaubertrick

Florian Söllner

Den großen China-Konkurrenten von Solarworld geht allmählich die Luft aus. Vor allem bei Suntech verschärft sich die Lage. Zumindest auf mittlere Sicht dürften sich dadurch die Branchenüberkapazitäten auflösen.

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Lange Zeit war Suntech der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen. Derzeit sind nur noch die Probleme groß. Die ohnehin von Überkapazitäten geplagte Solarfirma muss 21-prozentige Anti-Dumping-Zölle auf Lieferungen in die USA verkraften. Die Chancen, sich aus eigener Kraft aus der Schuldenklemme zu befreien, sind damit weiter gesunken.

Doch Suntech kämpft. Anfang Oktober wurde bekannt, dass die Investmentbank UBS beauftragt wurde, eine Umschuldung zu prüfen. Hauptproblem: Schon im März 2013 steht die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 541 Millionen Dollar an. Ingesamt hat Suntech - verführt von günstigen staatlichen Krediten - knapp 2,3 Milliarden Dollar Schulden angehäuft. Eine Kapitalerhöhung kann dieses Dilemma auf dem jetzigen Niveau schwer lösen: Die Marktkapitalisierung liegt derzeit nur noch bei rund 150 Millionen Dollar. Entsprechend zitiert Bloomberg einen skeptischen Analysten mit den Worten: "Ich bin gespannt, welchen Hasen Suntech und UBS aus dem Hut ziehen können."

Ein "Trick" dürfte wohl schnell verpuffen. Zwar hat die chinesische Regierung den großen Solarfirmen des Landes Unterstützung signalisiert. Doch das aktuelle Beispiel LDK zeigt, dass staatliche Geldspritzen nur vorübergehend für Milderung sorgen können.

Suntech schrumpft

Suntech hatte bereits im September einen Teil der Produktion geschlossen. Denn die weltweiten Überkapazitäten sind weiterhin immens. Modul-Produktionskapazitäten von über 60 GW steht derzeit nur ein Markt von rund 30 GW gegenüber. Es ist absehbar, dass die großen Solarworld-Konkurrenten wie Suntech, auch wegen mangelnder finanzieller Potenz, weiterhin in die Defensive gedrängt werden.

Kurzfristig drohen Module, die eigentlich für den jetzt mit Zöllen abgeschotteten US-Markt bestimmt waren, nach Europa zu schwappen. Gleichzeitig wird ein schwacher Absatz im dritten Quartal erwartetet. Eine Auflösung der Überkapazitäten und ein Aufatmen für Solarworld sind daher erst 2014 zu erwarten. Bis dahin dürfte der Gegenwind anhalten - wofür aktuell auch die Charttechnik spricht.

Copperfield machtlos

Suntech sollte ohnehin strikt gemieden werden. Selbst David Copperfield würde es nicht gelingen, den hohen Schuldenberg der Chinesen elegant verschwinden zu lassen. DER AKTIONÄR hatte vor einem Jahr auf die "Pleitegefahr" von Suntech hingewiesen.

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