Alfred Maydorn
Bundesumweltminister Norbert Röttgen macht ernst: Die Solarförderung in Deutschland soll gekürzt werden. Noch ist allerdings nicht klar, in welchem Umfang. Ist die gerade begonnene Erholung der Solarbranche damit in Gefahr? Sollten Anleger sich von Solaraktien trennen?
Wenige Wochen nach der Wahl sollen die angekündigten Anpassungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nun in die Tat umgesetzt werden. Eine Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom wird immer wahrscheinlicher. In einem Interview mit dem Handelsblatt drückte sich Röttgen unmissverständlich aus: "Es wird eine Anpassung geben, weil wir eine Marktentwicklung haben, die zu einer klaren Überförderung geführt hat."
Kritik an Solar-Milliarden
Die Kritik am EEG ist nicht neu: Viele Experten bemängeln die viel zu hohen Subventionen, die den Steuerzahler zweistellige Milliardenbeträge pro Jahr kosten. Die neue Regierung hatte bereits im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass sie grundsätzlich bereit sei, die Solarförderung zu beschneiden.
Auch Solarworld für Kürzung
Weiterhin unklar ist, wann und in welchem Ausmaß die Einspeiseverkürzung gekürzt wird. Röttgen hat angekündigt sich vor einer Entscheidung mit Branchenvertretern und Verbraucherschützern zu beraten. Und selbst bei den Unterstützern der Solarenergie wurden in den letzten Monaten Stimmen laut, die sich für eine Kürzung der Subventionen aussprachen. Darunter auch Solarworld-Chef Frank Asbeck, der sich bereits im September für geringere Subventionen eingesetzt hatte: "Man sollte vorhandene Spielräume nutzen, um die Vergütungen für den Solarstrom weiter zu reduzieren."
Keine echten Neuigkeiten
Die Diskussion um die Kürzung der Solarförderung ist also alles andere als neu. Unklar ist weiterhin, wann und in welchem Umfang die üppigen Förderungen gekürzt werden. Aber die vom Bundesumweltminister angekündigte Zusammenarbeit mit Branchenvertretern lässt eine Lösung mit Augenmaß erwarten, die auch von der Solarindustrie akzeptiert werden kann.
In Anbetracht der Tatsache, dass echte Neuigkeiten fehlten, dürften die Aussagen von Röttgen an der Börse - wenn überhaupt - nur zu kurzzeitigen Verunsicherungen führen. Es besteht kein Anlass, sich von seinen Solaraktien zu trennen.
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