Solarworld, Q-Cells, Conergy, Centrotherm, Centrosolar: Endlich Unterstützung aus Berlin
Es zeichnet sich ab, dass die deutschen Solarunternehmen Rückendeckung seitens der Politik erhalten könnten. Bundesumweltminister Altmaier will mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch die chinesische Konkurrenz untersuchen lassen. Für einige deutsche Solarfirmen kommt diese Hilfe aber wohl zu spät.
Die deutsche Solarindustrie hat in den vergangenen Jahren vor allem unter der Billigkonkurrenz aus China gelitten. Die chinesischen Solarfirmen haben den deutschen Solarmarkt mit billigen Modulen geflutet und deutsche Hersteller stark unter Druck gesetzt.
Jetzt kündigte Bundesumweltminister Altmaier an, untersuchen zu lassen, ob möglicherweise ein Anti-Dumping-Verfahren nach amerikanischem Vorbild eingeleitet werden könnte. Dort wurden chinesischen Solarfirmen Strafzölle auferlegt. Allerdings müsse für ein solches Verfahren ein Antrag von 25 Prozent der europäischen Solarunternehmen bei der EU-Kommission vorliegen.
Pleiten, Pech und hohe Schulden
Für viele deutsche Solarfirmen kommt die Hilfe aus Berlin zu spät. Solon und Q-Cells etwa haben bereits vor Monaten Insolvenz anmelden müssen. Conergy konnte eine Pleite nur mit größten Anstrengungen verhindern und auch Branchenprimus Solarworld ächzt unter einer hohen Schuldenlast und schrumpfenden Margen. Sogar beim Solarmaschinenbauer Centrotherm drohen mittlerweile die Lichter auszugehen.
„Wir wünschen uns, dass es Chancengleichheit für deutsche Hersteller gibt", sagte Altmaier und forderte die Industrie auf, nicht zu jammern, sondern sich über die eigenen Stärken zu definieren. Ein Sprecher von Solarworld gibt sich ebenfalls kämpferisch: „Die Branche ist voll wettbewerbsfähig und kann mit jedem auf der Welt konkurrieren außer mit der Zentralregierung der Volksrepublik China." Sie stecke Unsummen in den Export von Solarprodukten , die dann weit unter Herstellungskosten angeboten würden, beklagte er.
Wer profitiert?
Inwieweit es tatsächlich zu europäischen Strafzöllen für chinesische Solarprodukte kommt, bleibt abzuwarten. Für einige Unternehmen wie Solon oder Q-Cells kommt die Hilfe zu spät, für Solarworld dürfte es auch mit Strafzöllen schwer werden, den Turnaround zu schaffen. Vergleichsweise gut steht Mitbewerber Centrosolar da. Das Unternehmen hat sich auf kleine bis mittelgroße Dachanlagen spezialisiert, mit denen sich auch in Krisenzeiten vergleichsweise gute Margen erzielen lassen.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Solarworld-Chef Frank Asbeck bleibt weiter optimistisch. Auch wenn die erste Gläubigerversammlung keinen Erfolg brachte, kündigte er an, seinen Konzern in den kommenden drei Monaten wieder auf Kurs zu bringen. Die Aktie reagierte mit Kurssteigerungen....mehr |
Viele Solaraktien setzten am Dienstag ihre Rallye fort – angetrieben von einer guten Prognose von Yingli Green Energy. Die gute Stimmung ließ auch die Aktie von Solarworld kräftig anziehen. Was steckt hinter der neuen Solar-Rally? Ist sie nachhaltig?...mehr |
Das war selbst für die bekanntlich volatile Solarbranche außergewöhnlich. Um 70 Prozent schnellte am Montag die Aktie von JA Solar nach oben und riss die gesamte Branche mit nach oben. Was steckt dahinter und bei welchen Titeln lohnt vielleicht der Einstieg?...mehr |
Schnell, kompakt, konkret. Aktien-Experte Alfred Maydorn analysiert die wichtigsten und interessantesten Aktien der Woche. In dieser Ausgabe: Commerzbank, E.on, Nokia, Blackberry, Nordex und Solarworld....mehr |
Nun also doch? Strafzölle auf Solarmodule "Made in China" könnten den Solarmarkt grundlegend verändern. Die Kursentwicklung der Aktien dürfte volatil bleiben....mehr |
























