Solarworld: Noch kein Sieg
Die EU-Kommission will prüfen, ob Strafzölle auf chinesische Solarmodule eingeführt werden. Die Aktie von Solarworld hat davon bislang profitiert. Doch das Zentrum für Solarmarktforschung dämpft die Euphorie.
Auch am Freitag gehört die Solarworld-Aktie mit einem Plus von zwei Prozent zu den Topgewinnern im TecDAX. Gestern hatte die EU-Kommission mitgeteilt, eine Untersuchung gegen chinesische Solarmodulproduzenten einzuleiten. Auslöser: Unter der Initiative von Solarworld beschwerten sich europäische Solarfirmen über zu niedrige Modulpreise von Firmen wie Trina, Yingli oder Suntech. Immerhin 65 Prozent der in Europa verbauten Module stammen aus chinesischen Fabriken.
Doch das Berliner Zentrum für Solarmarktforschung dämpft die Euphorie: "Der Einstieg in die Prüfung ist noch keine Vorentscheidung. Es ist kein Etappensieg für Solarworld. Die Einführung von Zöllen bleibt weiterhin offen. Die Hoffnung von Solarworld ist trügerisch", so Leonard Herbig. Der Experte weiter: "Selbst man die EU Dumping feststellte, wird eine Voraussetzung für die Einführung von Zöllen häufig übersehen: Die Zölle müssen im Interesse der Gemeinschaft liegen. Dies ist schwer zu begründen."

Kurzfrist-Zock
Während chinesischen Solaraktien weiter unter Druck geraten waren, konnte Solarworld seinen Rebound fortsetzen. (siehe auch: "Kommt jetzt der Rebound"). DER AKTIONÄR rät jedoch, wachsam zu bleiben und die Gewinne bei einer Abschwächung des Momentums mitzunehmen. Denn auf mittlere- und lange Sicht bleiben die Risiken der Solarworld-Aktie hoch.
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