Solarworld: Neue Finanzierung – was steckt dahinter, wie geht es weiter?
Um elf Prozent legt die Aktie von Solarworld am Montagmittag zu, nachdem das Unternehmen den erfolgreichen Abschluss von Finanzierungsverhandlungen bekannt gegeben hat. Wie ist die Nachricht zu bewerten und welche langfristigen Auswirkungen hat sie auf den Kurs der Aktie?
Auf 1,29 Euro schießt Solarworld am Montag in die Höhe - ein Kursgewinn von rund zehn Prozent. Hintergrund: Der Bonner Solarkonzern hat den erfolgreichen Abschluss von Finanzierungsverhandlungen bekanntgegeben. Insgesamt wurden Kreditvereinbarungen über 375 Millionen Euro neu verhandelt.
Die Neuverhandlungen waren nach eigenen Angaben aufgrund der „herausfordernden Situation des Solarmarktes im zweiten Quartal 2012" erforderlich geworden, die das „Risiko für die Solarworld AG erhöht" hätten. Unter dem Strich verfüge Solarworld nun über eine „größere Flexibilität" und habe die „finanzielle Stabilität" gefestigt.
18 Millionen weniger
Klingt gut, aber unter dem Strich hat Solarworld in erster Linie Kreditverbindlichkeiten über 130 Millionen Euro getilgt. Gleichzeitig haben sich die liquiden Mittel Ende des zweiten Quartals auf 320 Millionen Euro reduziert. Zum Ende des ersten Jahresviertels belief sich die Liquidität noch auf 468 Millionen Euro. Das bedeutet, dass sich die Liquidität im zweiten Quartal um 148 Millionen Euro verringert hat, also um 18 Millionen Euro mehr, als die gemeldete Kreditrückzahlung.
Im Prinzip hat Solarworld also lediglich einen Teil seiner liquiden Mittel zum Abbau von Verbindlichkeiten genutzt. Das ändert allerdings nichts an der weiterhin hohen Nettoverschuldung von rund 760 Millionen Euro. Die langfristigen Finanzschulden von gut 1,1 Milliarden Euro dürften weiterhin bestehen.
Kein Durchbruch!
Eine Teilrückzahlung von Verbindlichkeiten aus liquiden Mitteln ist alles andere als ein Durchbruch für Solarworld. Der starke Kursanstieg der Aktie ist vielmehr als Reaktion auf die starken Abschläge in den vergangenen Wochen zu bewerten denn als fundamentale Trendwende. DER AKTIONÄR rät weiterhin von einem Investment ab.

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