Solarworld: Die 1-Euro-Marke kommt näher - droht der finale Ausverkauf?
Die Talfahrt der Solarworld-Aktie setzt sich auch am Donnerstag fort. Mit 1,02 Euro notiert das Papier nur noch hauchdünn über der wichtigen 1-Euro-Marke. Kann sie verteidigt werden oder droht bei einem Unterschreiten ein finaler Ausverkauf? Sorgen macht vor allem das Wafer-Geschäft.
Schon seit Wochen wird darüber spekuliert, ob Solarworld sich auch in den Club der Solar-Pennystocks wird einreihen müssen. Jetzt steht die Aktie mit nur noch 1,02 Euro unmittelbar vor dem Unterschreiten der 1-Euro-Schwelle und es spricht wenig dafür, dass der Titel nicht darunter rutscht.
Während es von den meisten anderen Solarfirmen in den vergangenen Wochen zumindest Lebenszeichen gab, ist es um Solarworld sehr ruhig geworden. Zu ruhig. Nur noch gelegentlich melden sich Analysten zu Wort, die sich dann mit immer tieferen Kurszielen unterbieten. Vorläufiger Höhepunkt: Die Commerzbank sieht den fairen Kurs bei nur noch 0,80 Euro.
758 Millionen Euro Nettoschulden
Fällt der Kurs des ehemaligen Branchenprimus mit unvermittelter Geschwindigkeit weiter, könnte dieses Ziel schnell erreicht werden. Allein an den vergangenen zehn Handelstagen hat die Aktie rund 30 Prozent an Wert verloren. Nach wie vor belastet vor allem die angespannte Bilanz mit Nettoschulden von 758 Millionen Euro das Unternehmen.
Anpassung von Wafer-Verträgen
Und dann ist da noch die defizitäre Wafer-Sparte. Am heutigen Freitag meldete die Sunways AG, dass die Konditionen für zwei langfristige Wafer-Lieferverträge mit der Solarworld-Tochter Deutsche Solar GmbH an die aktuelle Marktlage angepasst und in der Laufzeit verkürzt werden.
Zwar erhält Solarworld für die Teilauflösung eine Einmalzahlung, verliert jedoch die lukrativen - zu Konditionen deutlich über den aktuellen Preisen - abgeschlossenen Verträge
In den kommenden Wochen und Monaten ist mit weiteren Anpassungen dieser Art zu rechnen.
Meiden!
Viele große Adressen haben sich längst von der Solarworld-Aktie verabschiedet. Dennoch ist zu erwarten, dass ein Abrutschen unter die 1-Euro-Marke zu einem nochmaligen Verkaufsdruck führt. DER AKTIONÄR empfiehlt daher weiterhin, die Solarworld-Aktie zu meiden. Selbst für Spekulanten ist es für einen Einstieg wohl noch zu früh.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Schnell, kompakt, konkret. Aktien-Experte Alfred Maydorn analysiert die wichtigsten und interessantesten Aktien der Woche. In dieser Ausgabe: Commerzbank, E.on, Nokia, Blackberry, Nordex und Solarworld....mehr |
Nun also doch? Strafzölle auf Solarmodule "Made in China" könnten den Solarmarkt grundlegend verändern. Die Kursentwicklung der Aktien dürfte volatil bleiben....mehr |
Der hochverschuldete Solarkonzern Solarworld hat eine vorläufige Einigung mit den Gläubigern erzielt. Klingt gut, bedeutet aber gleichzeitig, dass die Aktionäre fast komplett enteignet werden. Sie verlieren 95 Prozent ihrer Aktien....mehr |
Solarworld hat am Montagabend seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 bekanntgegeben. Wie erwartet musste ein horrender Verlust von fast einer halben Milliarde Euro ausgewiesen werden. Aber es gab auch eine echte Überraschung zu vermelden....mehr |
Während bei Solarworld eine Rettung immer unwahrscheinlicher wird und die Gefahr einer Insolvenz zunimmt, laufen die Geschäfte bei anderen Anbietern wieder deutlich besser. Die sich insgesamt verbesserte Lage der Branche sorgt für satte Kursgewinne. Zukünftig ist aber noch weitaus mehr drin....mehr |























