Solar-Riese Suntech schließt Produktion: Hoffnung für Solarworld und Co?
Der weltgrößte Solarmodulhersteller Suntech Power wankt. Jetzt drosseln die Chinesen die Zellproduktion, um die hohen Verluste einzudämmen. Die Aktie bleibt ein klarer Verkauf.
Es musste so kommen. Weltweit ist die Nachfrage nach Solarmodulen nur halb so hoch wie die zur Produktion bereitstehenden Kapazitäten. Mit Verweis auf diese Überkapazitäten und die Strafzölle in den USA sowie drohender in Europa schließt nun Suntech einen Teil der Produktion. Die Zellkapazität soll von bisher 2,4 Gigawatt auf nur noch 1,8 GW sinken. Die Modulkapazität bleibt hingegen bei 2,4 GW bestehen.
Suntech-Chef David King will mit solchen Schritten erreichen, dass ab 2013 wieder positive Cashflows erwirtschaftet werden. Alleine 2012 sollen die operativen Kosten um 20 Prozent sinken.
Dieser Schritt von Suntech zeigt deutlich, dass die Industrie beginnt, zu konsolidieren. Immer noch steht Modul-Produktionskapazitäten von über 60 GW nur ein Markt von rund 30 GW gegenüber. Einem Artikel von Photovoltaik zufolge könnten die Überkapazitäten zumindest auf mittlere Sicht abgebaut werden: Rund 20 Prozent der Maschinen in den Produktionslinien seien veraltet und würden über kurz oder lang ausgemustert. Asiatische Produzenten brauchten außerdem nur 50 bis 60 Prozent Auslastung, bevor sie wieder investieren könnten. Berücksichtige man das auch, könnte es schon 2014 wieder losgehen.
Solarworld meiden
Macht die Entscheidung von Suntech Schule und reduzieren chinesische Hersteller ihre Überkapazitäten, könnte der nach Europa schwappende Strom günstiger Solarmodule zumindest auf mittlere Sicht nachlassen und Druck von den Margen von Solarworld und Co nehmen. Doch noch ist die Situation anspruchsvoll. Es ist viel zu früh, Entwarnung zu geben. Auch Kurzfrist-Zocker sollten derzeit die Finger von Solarworld lassen. (siehe auch: "Richtungswechsel?")
Suntech mit großen Problemen
Noch dramatischer ist die Bilanzsituation bei Suntech. Zudem dürfte die Nachfrage im dritten Quartal schwach bleiben. Bereits vor einem Jahr hatte DER AKTIONÄR auf die "Pleitegefahr" hingewiesen und rät weiterhin, das Papier strikt zu meiden.
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