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Solar-Riese Suntech: Staatsanleihen-Affäre weitet sich aus

Florian Söllner

Weiteres Ungemach für den weltgrößten Hersteller kristalliner Solarmodule. Aktionäre werfen Suntech Fehler im Zusammenhang mit verschwundenen deutschen Staatsanleihen vor. Die Aktie bleibt ein Verkauf.

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Eine schlechte Nachricht kommt selten alleine. Der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen, Suntech Power, hatte Ende Juli gemeldet, mit einem Investment in den europäischen Global Solar Fund von ehemaligen Geschäftspartnern betrogen worden zu sein. Suntech habe als Sicherheit deutsche Staatsanleihen im Wert von 560 Millionen Euro erhalten, welche wohl nie existiert hätten. Dafür haben Suntech-Aktionäre kein Verständnis. Im Auftrag solcher wurde nun eine Sammelklage im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht. Suntech werden "fehlende interne und finanzielle Kontrollmechanismen" und "sachlich falsche und irreführende Finanzberichte" vorgeworfen. 

"Solche Aufrufe zu Sammelklagen für Kleinaktionäre sind für das US-amerikanische Rechtssystem typisch. Sie sind für uns nun wirklich kein Grund zur Sorge", sagte ein Suntech-Sprecher gegenüber dem Branchenportal photovoltaik.eu.

Operativ im Minus

Im ersten Quartal musste Suntech einen 50-prozentigen Einbruch des Umsatzes und eine Ausweitung des Verlustes hinnehmen. Bedrohlich: Die Nettoverschuldung liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro und das Verhältnis kurzfristiger Verbindlichkeiten zu den liquiden Mittel bei deutlich über vier. Ob das zweite Quartal besser war, bleibt zunächst unklar: Die Vorlage des Berichts für das abgelaufene Quartals wurde aufgrund der Betrugsvorwürfe von Suntech zunächst verschoben.

57 Prozent mit Short

Zwar hat Suntech bislang immer finanzielle Rückendeckung beziehungsweise Kredite von staatlicher Seite erhalten. Doch ist ein Scheitern der Firma ist auf lange Sicht dennoch nicht auszuschließen. Bereits vor einem Jahr hatte DER AKTIONÄR auf die "Pleitegefahr" hingewiesen und geraten, das Papier zu shorten.

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