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Solar-Rebound: Centrotherm vor Start und SMA Solar vor Gap

Florian Söllner

Endlich: Der Solarsektor startet nach einer monatelangen Schwächephase zu einem Rebound. Vor allem die neue Stärke chinesischer Player wie Trina Solar und Yingli Green könnte nun auch auf den deutschen Maschinenbauer Centrotherm abfärben.

Der Tag ist am nächsten, wenn die Nacht am dunkelsten ist. Die Sonne ist zurück. Insbesondere ausgebombte chinesische Solarwerte legten gestern Kursgewinne von bis zu 40 Prozent aufs Parkett. Endlich gab es wieder positive Nachrichten für die Solarbranche. Neben dem überraschend starken deutschen Zubau von drei GW alleine im Dezember entwickelt sich auch der chinesische Abatzmarkt ausgesprochen positiv: So will das chinesische Energieministeriums die geplante Leistung an Neuinstallationen für 2012 auf drei Gigawatt anheben. Einige Analysten rechnen sogar mit mehr als fünf Gigawatt. 2010 wurden erst Module mit einer Kapazität von einem GW im Riesenreich verbaut.

Centrotherm: Trina-Lieferant

Direkte Profiteure sind effizient produzierende chinesische Solarmodulhersteller wie Trina Solar und Yingli Green. Diese haben 2011 Marktanteile in Deutschland gewonnen und können auf kurzen Wegen den schließlich doch erwachenden Heimatmarkt beliefern. Indirekt freut sich darüber auch Centrotherm. Der deutsche Solarmaschinenbauer zählt schon seit Jahren insbesondere chinesische Premium-Hersteller zu seinen Kunden. Selbst im krisengeschüttelten zweiten Halbjahr 2011 hat Trina offenbar Maschinen "Made in Germany" bestellt. Weitere Bestellungen sind nun wieder wahrscheinlicher geworden. Gut möglich, dass die bislang noch am Boden liegende Centrotherm-Aktie daher in den nächsten Tagen ebenso zu einem Rebound ansetzt. Zumal das Papier als eines der solideren zählt: Bei einer Marktkapitalisierung von 224 Millionen Euro lag der Nettocash zum Ende des dritten Quartals bei hohen 55 Millionen Euro. Auch charttechnisch scheint die 10-Euro-Marke eine solide Basis für eine kurzfristige Bewegung bis zumindest 14 Euro. (siehe auch Kaufempfehlung vom 10.01.2012)

SMA Solar: Kurzfristig positiv

Schon losgelaufen ist SMA Solar. Der Wechselrichter-Marktführer profitierte vom temporären Nachfrageschub im Dezember. Die WestLB hat daraufhin die Schätzungen für 2011 und 2012 angehoben. Nachdem mit dem Überschreiten der 45-Euro-Marke ein Kaufsignal ausgelöst wurde, steuert das Papier nun auf das Gap bei 56 Euro und den Widerstand bei rund 60 Euro zu. Kurzfristig erhält das Papier Rückenwind, mittel- und langfristig bleibt die Lage indes schwierig - siehe auch gestriges DAF-Interview. Zumal SMA Solar nicht im gleichen Maße von der Entwicklung der neuen Wachstummärkte in Asien profitiert, wie vom Absatz im Heimatmarkt. Die nächsten Jahre ist mit einem deutlich Rückgang der operativen Marge zu rechnen.

Vorsichtig bleiben

Anleger, die bei den Papieren auf Gegenbewegungen setzen, sollten enge Stoppkurse einhalten und sich bei einer Abschwächung des Momentums wieder aus den Aktien verabschieden. Schließlich könnte die Euphorie schnell wieder ins Gegenteil umschlagen, sollte tatsächlich in Deutschland eine weitere, kräftige Kürzung der Förderung beschlossen werden. Wichtiges Datum: In der kommenden Woche will sich Umweltminister Röttgen zu Gesprächen mit Vertretern der Solarbranche treffen.

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