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Solar-Kürzung: Endlich Klarheit für Solarworld, Q-Cells, Conergy und Co

Florian Söllner

Die Novelle des EEG wurde am Ende etwas aufgeweicht. Insbesondere Solarprojektierer wie Q-Cells erhalten lange Übergangsfristen. Doch die Einschnitte sind unterm Strich drastisch.

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Die Fraktionen von FDP und der Union haben sich am Montag geeinigt: Es wird zu einer drastischen Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom kommen. Etwas abgemildert wurden die kurzfristigen Auswirkungen auf Projektierer für Großanlagen. Unterm Strich sind die neuen Regelungen jedoch einschneidend, zumal sie - und das ist der größte Kritikpunkt - weiterhin vorsehen, den Zubau in Megawatt kontinuierlich weiter abzusenken. Und das, obwohl jedes Watt installierte Solarleistung jährlich um 20 bis 30 Prozent günstiger wird.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Einigung im Detail: Die Kürzungen betragen wie befürchtet bis zu 30 Prozent. Dachanlagen erhalten ab 1. April nur noch 19,5 Cent je Kilowattstunde (zuvor: 24,4 Cent). Für größere Freiflächen-Anlagen sinkt die Vergütung auf bis zu 13,5 Cent je KW. Immerhin: Solarparks, die vor dem 24. Februar angemeldet waren, erhalten offenbar eine Übergangsfrist bis September. Ursprünglich solle die Kappung bereits im März vollstreckt werden.

Solarstrom von Dächern soll nur noch zu 80 Prozent vergütet werden - den Rest müssen die Besitzer selbst verbrauchen. Freiflächen-Projekte erhalten hingegen statt zuvor drohender 90 Prozent die volle Vergütung. Zielkorridor für den deutschen Markt sind zunächst 2,5 bis 3,5 GW (Zubau 2011: 7,5 GW). Absolut unverständlich: Selbst dieses bescheidene Ziel soll ab 2014 weiter abgesenkt werden. Erreicht werden soll dies mit einer monatlichen Absenkung von einem bis 2,8 Prozent. Maximal soll die Kappung auf Jahressicht jedoch 29 Prozent erreichen.

Schwierig, aber nicht unmöglich

Die Börse liebt Klarheit und hasst Ungewissheit - das erklärt die gestrige Gegenbewegung einiger Aktien zum Handelsende. Doch auf mittlere Sicht wird diese Neuregelung für alle Solarfirmen weiteren Margendruck mit sich bringen. Der deutsche Markt hat bisher immerhin ein Drittel des Weltmarktes aufgenommen.

Chancen für deutsche Solarfirmen ergeben sich durch neue Regelungen zum Eigenverbrauch, womit ein stimmiges Solargesamtsystem - inklusive intelligenter Wechselrichter, Stromspeicher und Kundennähe - wichtiger wird. Unterm Strich wird der Markt jedoch enger und der Margendruck höher. Ein möglicher Ausweg ist weiterhin die Internationalisierung. Gerade beschließt etwa der große Potenzialmarkt Brasilien eine bedeutende neue Förderung und nutzt damit die nie günstiger gewesenen Preise für Solarmodule.

Probleme überwiegen

Solarworld hat mittelfristig als gut eingeführte Marke weiterhin Chancen. Doch zunächst sind die Verwerfungen des Marktes und damit die Probleme sehr groß, wie auch ein Blick in die neue Bilanz ("Bilanz-Zündstoff") unterstreicht. Noch schwieriger positioniert ist der Zellhersteller und Projektierer Q-Cells. Der heute vorgelegte Ausblick impliziert, dass selbst die neuen Umsatzprognosen bereits wieder wackeln.

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