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Solar-Hammer: Solarworld schiebt 250 Prozent Strafzölle für Suntech, Trina und Co an

Florian Söllner

Ein Paukenschlag: Gestern Abend gab das US-Handelsministerium bekannt, drastische Antidumpingzölle für chinesische Solarmodule zu verhängen. Starke Kursreaktionen sind die Folge.

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Das tut weh: Suntech und Trina drohen 31-prozentige Strafzölle auf in die USA gelieferte Solarmodule. Kleine chinesische Modulhersteller müssen künftig wohl sogar bis zu 250 Prozent an die US-Steuerbehörde abtreten. Bereits im März wurden vorläufige Antisubventionszölle auf chinesische Solarprodukte in Höhe von bis zu fünf Prozent festgelegt. Beide Zölle addieren sich. In einer ersten Reaktion verloren die Aktien von Suntech und Trina zwischen sieben und acht Prozent an Wert.

Die Aktie von Solarworld, der Firma, welche die Auflagen für China-Module gefordert hatte, wird am Freitag deutlich stärker erwartet. Vorbörslich liegt sie fünf Prozent im Plus bei 1,60 Euro. Schließlich betreibt Solarworld in Hillsboro/Oregon die größte US-Fertigungsstätte für Solarstromtechnologie. Zuletzt hat der deutsche Modulhersteller aufgrund des harten Preiskampfes offenbar in den USA deutlich Geld verloren. Die Spekulation ist jetzt, dass die Modulpreise und damit die Margen durch die Strafzölle wieder steigen.

Firmenchef Frank Asbeck sagte: "Die Entscheidung des US-Handelsministeriums heute gibt uns Mut, dass wir zu einem fairen Wettbewerb zurückkehren können. Sie ist auch ein Signal an Europa, wo vergleichbare Maßnahmen greifen müssen. Illegale chinesische Handelspraktiken zerstören den Solarmarkt."

Keine Effekte

Doch Solarexperte Wolfgang Hummel bremst in einem Statement gegenüber dem AKTIONÄR die Euphorie: "Wir sehen keine positiven Effekte für die deutschen Solarzellen- und Modulhersteller. Wir gehen aber davon aus, daß der Aktienkurs von Solarworld kurzfristig steigen wird." Hummel weiter: "Für den US-Markt schließen wir sogar negative Effekte, auch für Solarworld nicht aus. Die ansteigende Nachfrage in den USA ist auch durch den bisherigen Preisverfall getrieben. Anti-Dumping-Zölle werden zwangsläufig auf die Konsumenten übergewälzt."

Trina hat Plan B

Auch der negative Effekt für Trina und Co dürfte sich in Grenzen halten. Schließlich macht der US-Markt derzeit nur rund zehn Prozent des Weltmarktes aus. Zudem hatte der Trina-Chef bereits im März die Absicht geäussert, einfach direkt in den USA eine Endfertigung aufzubauen, um die Zölle zu umgehen. Experten gehen davon aus, dass dies auch durch Importe über Taiwan möglich sein könnte.

Fazit: Trader können auf einen (ohnehin überfälligen) Rebound der Solarworld-Aktie spekulieren. Doch nach dem Ende der ersten Euphorie - die grundsätzlichen Probleme für Solarworld und den Solarmarkt werden dadurch nicht gelöst - darf der Absprung nicht vergessen werden.

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