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Solar-Entscheidung für Solarworld, Q-Cells, Yingli und Co; Frank Asbeck bleibt realistisch

Florian Söllner

Keine schnelle Lösung im Streit um die Höhe der EEG-Änderung. Am Mittwochabend konnte keine Einigung erzielt werden. Auch aus Spanien werden Neuigkeiten erwartet.

Das Ringen geht weiter. Die Bundesregierung wollte ursprünglich ab dem 1. Juli die Einspeisevergütung für Solarstrom um bis zu 16 Prozent reduzieren. Der Bundesrat hatte diese außerordentliche Kürzung jedoch letzte Woche vorläufig gestoppt. Und die Fronten bleiben verhärtet. Wie die dpa mitteilte, hat der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag am Mittwochabend die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beschlossen, die nun bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 5. Juli einen Kompromiss suchen soll.

Solarworld-Chef im Interview

Klar ist: Jede Verschiebung der Kürzung hilft den Solarfirmen. Komplett verhindern kann der Bundesrat die Pläne der Regierung jedoch wohl nicht. Denn die schwarz-gelbe Regierung könnte das Gesetz notfalls mittels einer neuen Abstimmung im Bundestag auf dem Weg bringen. Auch Solarworld-Chef Frank Asbeck sagte dem AKTIONÄR letzte Woche auf der Solarmesse Intersolar: "Ich gehe davon aus, dass die 16-prozentige Absenkung der Einspeisevergütung kommt. Angesichts dieser Änderung dürfte der deutsche Absatz von geschätzten 6 GW im Jahr 2010 auf 5 GW im Jahr 2011 zurückgehen."

Spanien-Schreck

Nun werden auch in Spanien Kürzungen diskutiert. Presseberichten zufolge will das Land seine Solarsubventionen um bis zu 30 Prozent zurückfahren. Vor wenigen Tagen sagte bereits Commerzbank-Analyst Robert Schramm im Interview mit dem AKTIONÄR: "Für 2011 sind wir deutlich vorsichtiger. Neben Deutschland werden Italien, Tschechien, Spanien sowie potenziell einige andere Märkte zum Januar 2011 zum Teil sehr deutlich die Förderung kürzen. Es wird wohl eine lange und harte Übergangsphase geben bis der Markt ein neues Gleichgewicht gefunden hat. Erst im 2. Halbjahr 2011 dürfte sich der Markt fangen." Davon betroffen sind nicht nur deutsche Hersteller, sondern auch chinesische, die nach wie vor den Großteil ihrer Module in Europa absetzen.

Übergangsjahr 2011

DER AKTIONÄR geht von einem extrem guten laufenden Jahr für die Branche aus. 2011 wird sich jedoch die Spreu vom Weizen trennen. Relativ gut werden chinesische Firmen mit niedrigen Kostenstrukturen oder Player mit starken Markennamen wie Solarworld durch das Übergangsjahr kommen. Mittelfristig sind die Perspektiven der Solarbranche aufgrund der nahenden Grid-Parity ohnehin exzellent. Dennoch sollten Stoppkurse gesetzt und eingehalten werden.

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