Alfred Maydorn
In der vergangenen Woche kamen Solaraktien weltweit erneut unter Druck. Auch chinesische Titel mussten zum Teil empfindliche Verluste hinnehmen. Einige Papiere, wie etwa Renesola, rutschten auf neue Jahrestiefs. Was sind die Hintergründe? Und wie geht es weiter?
Mit zum Teil drastischen Kursverlusten beendeten chinesische Solaraktien am Freitag in New York eine sehr schwache Handelswoche. Yingli Green Energy gab um vier Prozent nach, JinkoSolar und Renesola verloren rund sechs Prozent an Wert. Renesola ist damit auf das niedrigste Niveau seit elf Monaten gefallen. Yingli Green Energy und JinkoSolar notieren nur noch knapp über ihren Jahrestiefstkursen.
Langfristig topp, kurzfristig flop
Erneut sorgen sich die Anleger und Analysten um Überkapazitäten und schrumpfende Gewinnmargen in der Solarbranche. Die Experten von Moody´s sehen langfristig zwar gute Perspektiven für die Branche, kurzfristig leiden die Unternehmen aber unter Nachfragerückgängen und fallenden Preisen bei Solarmodulen. Im zweiten Quartal dürften die Bruttomargen aber ihren Tiefpunkt erreicht haben.
Besserung im zweiten Halbjahr
Die Einschätzung deckt sich mit der vieler Unternehmen, die ab dem zweiten Halbjahr eine Belebung der Nachfrage und ein Ende des Preisrutsches erwarten. Dennoch dürften längst nicht alle chinesischen Solarfirmen in der Lage sein, ihre zum Teil sehr ambitionierten Prognosen zu erreichen. Umsatzzuwächse von 60 bis 100 Prozent in einem stagnierenden Markt lassen sich nur über eine Ausweitung der Marktanteile erzielen.

JinkoSolar, die einzige Kaufempfehlung
Kurzfristig könnte sich die Schwäche bei den chinesischen Solaraktien fortsetzen, insbesondere bei den charttechnisch angeschlagenen Papieren wie Renesola. Yingli und JinkoSolar zeigen sich vergleichsweise stabil. JinkoSolar ist derzeit die einzige laufende Solarempfehlung des Aktionärs.
