Florian Söllner
Hohe Margen locken neue Konkurrenten an. Nun taucht offenbar ein bedeutender koreanischer Wettbewerber auf dem Markt für Solar-Wechselrichter auf. Die SMA-Solar-Aktie reagiert empfindlich.
Deutsche Modulhersteller wie Solarworld kämpfen bereits seit Jahren gegen Discount-Chinesen. Wechselrichter "made in china" sind bisher jedoch Mangelware. Bisher kommen 60 Prozent aller Solar-Inverter aus deutscher Produktion. Das könnte sich ändern. Das Handelsblatt schreibt in seiner Dienstag-Ausgabe, dass die Weltmarktstellung von SMA Solar gefährdet sei. Hintergrund ist ein Photon-Artikel wonach etwa der koreanische Hersteller Dasstech Komponenten zum halben Preis wie SMA Solar einkaufen kann.
Auf der Messe Intersolar antworte SMA-Chef Cramer im Gespräch mit dem AKTIONÄR auf die Frage wie das Auftauchen erster chinesischer Wechselrichter-Hersteller zu werten sei: "Die Chinesen sind weit entfernt, uns technologisch einzuholen, denn unsere Wechselrichter sind hochkomplexe High-Tech-Produkte. Entscheidend sind hier weniger die Lohnkosten, sondern das Know-how."
Bisher ist SMA Solar mit einem Marktanteil von über 40 Prozent unangefochtener und hochprofitabler Weltmarktführer. Da Wechselrichter individuell an landestypische Stromnetze angepasst werden müssen, sind selbige kein klassisches Massenprodukt. Dennoch muss auch SMA Solar an der Kostenschraube drehen - in den nächsten fünf Jahren sollen die Produktionskosten um 50 Prozent reduziert werden.

Langfristig ja, kurzfristig abwarten
Aufgrund des großen technologischen Vorsprunges - alleine 2010 werden 80 Millionen Euro in die Forschung investiert - sollte das Auftauchen neuer Konkurrenten nicht überbewertet werden. Fundamental ist das Papier weiterhin ein klarer Kauf. Da die Gewinnschätzungen deutlich angehoben wurden liegt das 2011er-KGV nur noch bei 10. Auch die Spekulation, dass First Solar an SMA Solar interessiert sein könnte, macht das Papier spannend.
Kurzfristig sollte jedoch die Charttechnik nicht aus dem Auge verloren werden. Die von Merrill Lynch auf die "Most Preferred List" genommene Aktie nähert sich einer sehr wichtigen Unterstützung. Die 80-Euro-Marke muss halten. Ansonsten drohen zumindest auf kurze Sicht Kursverluste.