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Solar: Doch 10.000 MW für Solarworld, Q-Cells, Conergy und Co?

Florian Söllner

Es wird kräftig nachverhandelt. Die Kürzung der deutschen Einspeisevergütung ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Daher nun ist sogar von 10.000 MW Zubau in diesem Jahr die Rede.

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Wird 2012 ein fulminantes Solar-Rekordjahr? Die Kieler Nachrichten berichten von internen Schätzungen des Bundesumweltministeriums, wonach dieses Jahr 10 GW neu ans deutsche Netz gehen könnten. Damit würde selbst das mit 7,5 GW sehr starke Vorjahr noch einmal getoppt. Hauptgrund für den anhaltenden Boom sind Vorzieheffekte. Viele Hausbesitzer und Investoren wollen die jetzt noch relativ hohe Einspeisevergütung nutzen, bevor die 20 bis 40 prozentigen Kürzungen zum Tragen kommen. Diese stehen nicht wie zunächst befürchtet im März an, sondern wurden für Dachanlagen auf den 1. April und Freiflächenanlagen auf den 1. Juli verschoben. Im Jahresverlauf beträgt der Zubau offenbar bereits 3,5 GW.

Wie die Kürzung dann tatsächlich ausfällt, ist indes weiter unklar. So regt sich einem Bericht der Berliner Morgenpost zufolge in den Ländern starker Widerstand gegen die Pläne des Bundes. Der rot-grün dominierte Bundesrat könnte mithilfe einiger unionsgeführter Länder das Vorhaben ausbremsen. Norbert Röttgen versucht demnach gerade mit Ländervertretern der Unionsseite einen Kompromiss zu finden. Andererseits gibt es offenbar Hardliner in der CDU und FDP, die ab Mai sogar weitere deutliche Kürzungen wollen. Ebenfalls im Gespräch: Die vorgeschlagene monatliche Absenkung der Einspeisevergütung soll statt um jeweils 0,15 Cent künftig prozentual sinken.

Analysten skeptisch

Umweltschützer können sich freuen: Der Ausbau der sauberen Sonnenkraft geht wohl weiter. Doch fraglich ist, ob der Boom angesichts der extrem niedrigen Absatzpreise - nur Ausnahmefirmen wie Trina Solar hatten mit der Modulproduktion im vierten Quartal noch einen Rohgewinn erzielt - in den Gewinnrechnungen von Solarworld und Co ankommt. Gerade hat Solarworld gemeldet, zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Doch das Gros der Analysten glaubt derzeit nicht daran. Auch DER AKTIONÄR bleibt bei Solarworld (siehe neues DAF-Interview "Hut ab!") skeptisch.

Trina Solar bleibt offensiv

Noch weniger Einfluss hat ein boomender deutscher Absatzmarkt auf den Aktienkurs von Q-Cells. Das gerade aus den TecDAX gefallene Papier ist weiterhin zu hoch bewertet.

Am ehesten kommt für ein Investment noch der aufstrebende China-Player Trina Solar in Frage. Gerade hat der CEO gesagt, ab dem zweiten Quartal könnte die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen. Aufgrund der relativ starken Bilanz ist der Modulhersteller zudem weiter handlungsfähig: Um die US-Strafzölle zu umgehen, wird nun kurzerhand der Bau einer eigenen US-Fabrik ins Auge gefasst. Auch der stark wachsende Heimatmarkt wird bereits bedient: Der China-Umsatzanteil war im vierten Quartal gegenüber dem dritten von 7 auf 19 Prozent gestiegen. Die USA waren mit knapp 30 Prozent bereits so wichtig wie der bisher weltgrößte Absatzmarkt Deutschland.

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