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SMT-Scharf-Vorstand: Wir sehen uns immer nach Möglichkeiten um

Markus Bußler

Der Bergwerksausrüster SMT Scharf hat starke Zahlen vorgelegt: Das Unternehmen konnte sowohl bei Umsatz als auch Gewinn deutlich zulegen. Doch der Ausblick fällt verhalten aus. Die konjunkturelle Eintrübung macht auch vor der Bergwerkszulieferer-Branche nicht halt.

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Die Aktie hat als Reaktion auf ihren Ausblick deutlich nachgegeben. Was ist der Grund für Ihren eher verhaltenen Ausblick?

Christian Dreyer: Eigentlich ist die Entwicklung nicht überraschend. Wir haben das bereits im ersten Quartal angekündigt. Die chinesische Regierung hat die Wachstumsprognose von elf auf acht Prozent zurückgenommen. Und schon ist die Euphorie verflogen. Das spüren wir vor allem bei unseren chinesischen Bergwerkskunden, die sich mit Bestellungen zurückhalten. Und genau diesen Umstand spüren wir zurzeit beim Auftragseingang. Zusammengefasst: Dieses Jahr wird toll, auch das vierte Quartal. Wir arbeiten noch immer den hohen Auftragsbestand ab,  aber der Ausblick für das kommende Jahr ist etwas getrübt. Die mittelfristige Pipeline ist jedoch gut gefüllt.

Das bedeutet?

Vom ersten Angebot bis zur endgültigen Bestellung durch unsere Kunden können schon einmal ein bis zwei Jahre vergehen. Unsere Vertriebsmitarbeiter sind natürlich ständig dabei, neue Aufträge an Land zu ziehen. Das sieht man nur momentan nicht beim Auftragseingang. Objektiv betrachtet wird das kommende Jahr also schwieriger werden, doch wenn ich mit unserem Vertrieb spreche, dann sagen die, dass es - gefühlt - gar nicht so schlecht läuft.

Viele Konzerne reagieren mit Sparprogrammen auf die konjunkturelle Eintrübung. Ist das auch eine Überlegung bei SMT Scharf?

Nein, das ist keine Überlegung. Man muss sich vor Augen führen: Wir machen mit unseren 330 Mitarbeitern im laufenden Jahr rund 100 Millionen Euro Umsatz. Das ist eine tolle Quote. Dazu machen wir rund die Hälfte unseres Umsatzes mit Reparaturen. Das ergibt auch einen leichten Ausgleich: Wenn wir weniger Neugeräte verkaufen, kommen mehr Reparaturen rein. Deshalb werden wir ähnlich viel Arbeit haben, auch wenn wir etwas weniger Umsatz machen.

Blicken wir auf die Dividende: Für einen Wachstumswert hatte SMT Scharf eine sehr hohe Dividende. Wollen Sie diese Strategie weiter beibehalten?

Es ist sicherlich noch etwas zu früh, um darüber abschließend etwas zu sagen. Das wird natürlich zunächst einmal intern und später auch mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Aber ich gehe tendenziell davon aus, dass wir die Dividende nicht kürzen. Aber natürlich gibt es zwei Faktoren, die wir beachten müssen: Das eine ist der etwas gedämpfte Ausblick, das andere der Investitionsbedarf, den wir haben. Wir wollen unsere Service- und Verkaufsbetriebe in Russland, China, Südafrika und Polen stärker als vollwertige Firmen aufbauen. Dafür benötigen wir natürlich Geld. Aber wir haben eine hohe Eigenkapitalquote und auch genügend Cash. Wir nagen also nicht am Hungertuch, deshalb werden wir das stemmen. Dass das Bergbaugeschäft immer etwas zyklisch ist, ist nichts Neues. Aber wir wissen auch: Der nächste Aufschwung kommt bestimmt. Und für diesen Aufschwung müssen wir uns rüsten. Deshalb bauen wir die lokalen Betriebe derzeit aus.

Ist jetzt auch der Zeitpunkt, um in Märkte zu expandieren, in denen sie zurzeit noch nicht oder nicht so stark vertreten sind?

 

Wir sehen uns immer nach Möglichkeiten um. Der australische Markt beispielsweise ist zwar kein einfacher Markt, aber natürlich hochinteressant. Das gleiche gilt für Kanada. Wir hatten gerade einen kanadischen Kunden bei uns, der auch großes Interesse zeigt. Das kommt mit Sicherheit. Wir werden uns dort lokale Servicepartner suchen, die unsere Geräte warten und auch Kundenwünsche kommunizieren, damit wir auch etwas entwickeln können. In diesen Plänen bremst uns auch die Eintrübung des weltwirtschaftlichen Umfelds nicht.

Herr Dreyer, wir danken Ihnen für das Interview.

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