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SMT Scharf-Chef: „Die Dividende wollen wir kontinuierlich steigern“

Markus Bußler

Mit den Zahlen für das abgelaufene erste Halbjahr kann der Bergwerksausrüster SMT Scharf den Markt überzeugen. Doch der Auftragseingang bleibt deutlich hinter den des Vorjahres zurück. DER AKTIONÄR sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden Christian Dreyer über die Gründe und blickt mit ihm bis in das Jahr 2014.

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Herr Dreyer, ich würde sagen, mit Umsatz und Gewinn sind Sie zufrieden. Aber mit dem Auftragseingang wohl eher nicht.

Christian Dreyer: Genau so ist es. Das ist so ganz gut zusammengefasst.

Woher kommt das deutliche Minus beim Auftragseingang?

Ja, das Minus ist beträchtlich. Das leitet sich einfach aus der weltwirtschaftlichen Situation ab. Das hat nichts mit unserem Unternehmen zu tun. China hat Anfang des Jahres das Wachstumsziel von elf auf acht Prozent reduziert. Und wenn man bedenkt, dass der gesamte Rohstoffmarkt weltweit von dem chinesischen Wachstum getrieben wird, versteht man, welche Auswirkungen das hat. Die Bergwerke nehmen ihre Produktionssteigerungspläne ein wenig zurück - und das natürlich nicht nur in China. Die Unternehmen streichen natürlich zuerst die Investitionsbudgets etwas zusammen. Deshalb erwarten wir für 2013 kein so dynamisches Wachstum. Wir sind aber trotzdem der Meinung, dass es mittelfristig mit dem Weltwirtschaftswachstum kontinuierlich bergauf geht. Aber für das nächste Jahr erwarten wir eine kleine Delle.

Aber ihre Hauptkunden kommen aus dem Kohlebereich. Und dabei handelt es sich doch um ein sehr regionales Produkt ....

Sie haben zwar recht, dass der Großteil der Kohle lokal verbraucht wird, aber es gibt einen Weltmarktpreis für Kohle und der bestimmt sich durch die Export- und Importströme von Kohle weltweit. Wir generieren ein Viertel unseres Umsatzes in China. Doch die Nachfrage in China wirkt sich auch weltweit aus. Ein Beispiel: Auch ein russischer Bergwerksbetreiber macht sich Gedanken, wenn die weltweite Nachfrage rückläufig ist und wird dann etwas vorsichtiger. Übertrieben ausgedrückt ist es ähnlich wie bei dem Schweinezyklus.

Also schwächt sich das Wachstum ab?

Wir sehen mittelfristig weiteres Wachstum. Das bedeutet auf einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet. Für 2013 erwarten wir aber eine Delle, das heißt, keine großen Steigerungen. Allerdings dürfte das laufende Jahr sehr gut werden. Die 82 Millionen Euro beim Umsatz aus dem Vorjahr dürften wir auf jeden Fall übertreffen. Und für 2014 sind wir wieder optimistisch. Bis dahin dürfte sich auch wieder ein Nachholbedarf eingestellt haben. Dann wird es wieder weiter nach oben gehen.

Obwohl die Geschäfte sehr gut laufen, kommt die Aktie nicht von der Stelle. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Wenn Sie sich die Bergwerkstitel und auch Zulieferer anschauen, dann sehen Sie: Alle haben ein bisschen verloren. Das hat  mit der erwähnten gesenkten Prognose von China zu tun. Die Börsen sind eben extrem zukunftsgerichtet. Ich finde, wir haben uns ganz gut gehalten. Wir liegen in diesem Jahr immer noch im Plus. Dann muss man sich auch sagen, Aktienkurse sind manchmal auch zufällig generiert. Wir sind zuletzt etwas gefallen, es wird auch wieder nach oben gehen.

Ihre letzte größere Akquisition war Dosco gewesen. Stehen derzeit weitere Akquisitionen ins Haus?

In dem momentanen Umfeld haben wir wenig Lust, ganz neue Baustellen aufzureißen oder neue Herausforderungen zu suchen. Unser bestes Produkt ist die Einschienenhängebahn. Dieses Produkt hat so viel Potenzial, dass ich glaube, dass wir alle unsere Ressourcen darauf konzentrieren sollten. Allein in China können wir den Markt noch enorm ausbauen. Man muss nur hingehen, den Verantwortlichen erklären, wie toll unser Produkt ist. Ich bin sicher, dass sie es nicht nur kaufen, sondern damit auch sehr glücklich werden. Man muss das Produkt in den einzelnen Ländern natürlich auch an die  spezifischen Kundenwünsche anpassen. Das ist auch die Aufgabe unserer immer stärker werdenden Tochterfirmen. Firmen zuzukaufen liegt derzeit nicht in unserem Fokus. Derzeit ist es für uns am sinnvollsten, in unsere Tochterfirmen zu investieren.

Und natürlich in die Dividende ...

Ja, klar, auch die Dividende wollen wir kontinuierlich steigern. Das gehört zu unserer Firmenpolitik.

In China erzielen Sie rund 25 Prozent Ihres Umsatzes. Lässt sich dieser Anteil noch ausbauen?

Wir glauben durchaus, dass China an Bedeutung noch zunehmen wird. Wir erzielen rund dreiviertel unseres Umsatzes mit Kunden, die in der Kohleförderung tätig sind. China ist für mehr als die Hälfte der Weltkohleproduktion verantwortlich. Wir gehen davon aus, dass der Anteil unseres chinesischen Geschäftes eher in Richtung 50 Prozent wachsen wird. Ob das in den kommenden fünf oder zehn Jahren sein wird, vermag ich jetzt jedoch noch nicht zu sagen. Dazu gibt es aber auch noch neue Märkte, die wir erschließen möchten. Ein Beispiel ist Nordamerika. Hier könnten wir uns vorstellen, mit einer kleineren Akquisition Fuß zu fassen. Aber auch eine Partnerschaft oder die Gründung einer eigenen kleinen Niederlassung ist denkbar. Der andere Markt ist Australien. Auch hier müssten wir uns etablieren.

Eine Frage zum Abschluss: Könnte nicht irgendwann einmal ein größerer Konzern entdeckten, dass SMT Scharf gut in sein Produktportfolio passen würde?

Das passiert uns in gewisser Hinsicht in abgestufter Form immer wieder. Es kommen immer wieder Leute, die sagen wir wären interessant, wir würde auch gut zu ihnen dazu passen. Derzeit besetzen wir noch eine Nische, aber wenn es uns gelingt, unser Produkt noch gängiger zu machen und noch verbreiteter zu machen, dann ist es irgendwann keine Nische mehr. Dann werden auch diese Übernahmephantasien sicher immer interessanter werden. Aber darauf hat man als Management nur begrenzten Einfluss. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Für die Aktionäre ist das vermutlich kurzfristig gut.

 

Herr Dreyer, wir danken Ihnen für das Interview.

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