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Smart-Grid-Aktie PSI kurz vor Ausbruch: Neue Aufträge und Übernahmefantasie

Florian Söllner

Der Berliner Softwarehersteller PSI meldet Aufträge am laufenden Band. Auch die nicht enden wollenden Übernahmespekulationen geben der Aktie Rückenwind. Die PSI-Aktie steht kurz vor einem Kaufsignal.

Ein guter Wochenstart für PSI. Der Berliner Softwarekonzern hat einen weiteren Auftrag erhalten. So hat sich der führende russische Elektrostahlproduzenten VIZ-Stal entschieden, die Produkte PSImetals Planning, PSImetals Production und PSImetals Quality innerhalb des Stahlwerks einzusetzen. Im Juni hatte PSI bereits einen Auftrag vom weltgrößten Stahlhersteller ArcelorMittal erhalten.

Künftig erwartet der Vorstand verstärkt Aufträge aus der Golf-Region und aus Asien. In Europa wird die weitere Ent­wicklung Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetze (Super Grids) und die Energieverbrauchssteuerung durch intelligente Stromnetze (Smart Grids) für steigende Nachfrage sorgen.

Übernahmespekulation

Die starke Stellung in Deutschland und Europa weckt Begehrlichkeiten. So wird in Branchenkreisen Global-Playern wie General Electric oder ABB Interesse an dem mit 200 Millionen Euro Marktka­pitalisierung eher kleinen Wettbewerber nachgesagt. Einen feindlichen Übernahmeversuch durch Karl-Josef Neukirchen - der ehemalige Vorstand der Metallgesellschaft stockte seine PSI-Beteiligung auf 28,9 Prozent auf - konnte PSI-Chef Harald Schrimpf im Vorjahr abwehren. Schrimpf nahm dazu den langjährigen Kunden RWE als weißen Ritter ins Boot. Der DAX-Konzern hält seitdem 17,8 Prozent der Anteile.

Spekulationen, RWE würde nun seinerseits eine Übernahme anstreben, kommentierte Schimpf im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF): "Es ist eine modern ausgerichtete Zusammenarbeit. RWE ist ein wichtiger Pilotkunde und Entwicklungspartner und seit 2009 auch ein wichtiger Anteilseigner".

Lineare Steigerung

Fundamental befinden sich die Berliner auf Kurs. Im Gesamtjahr wird bei einem Umsatz von 160 Millionen Euro ein EBIT von mindestens 10 Millionen Euro angepeilt. Der Vorstand ist überzeugt, 2012 einen Umsatz von 200 Millionen Euro bei einer Marge von zehn Prozent erreichen zu können. Auf Sicht will er die Marge auf über 20 Prozent steigern. Die starke Marktstellung und die führenden Software-Lösungen machen PSI für potenzielle Käufer interessant. DER AKTIONÄR hält an seiner Empfehlung fest. Die Smart-Grid-Aktie ist spätestens nach dem Überwinden der 13-Euro-Marke ein klarer Kauf.

Die Aktie wurde in der Titelstory der Print-Ausgabe 35/2010 behandelt.

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