Florian Söllner
Der Marktführer für Solarwechselrichter bestätigt nach einem guten dritten Quartal seine zuvor deutlich gesenkte Prognose. Weniger gefällt der deutlich zunehmende Wettbewerbsdruck und der unsichere Ausblick.
SMA Solar kann auch anders. Nach zuletzt enttäuschenden Neuigkeiten und einer satten Gewinnwarnung wurden am Freitag die Erwartungen erfüllt. Zwar sank der 9-Monatsgewinn deutlich von 418 auf 179 Millionen Euro. Doch damit wurden die zuvor angepassten Analystenprognosen fast punktgenau getroffen. Auch die Anleger sind bescheiden geworden - die Aktie legt im vorbörslichen Handel rund drei Prozent zu.
Doch für die große Entwarnung ist es zu früh. Denn der Absatz im Heimatmarkt ist rückläufig und die Margen in den neuen Wachstumsregionen Nordamerika und Japan sind geringer. "Die regionale Nachfrageverschiebung führt zu einem deutlich stärkeren Wettbewerb", ist im Quartalsbericht nachzulesen. Und auch im deutschen Markt greifen Konkurrenten wie Bosch ("Angriff oder Überraschung") den Marktführer an.
Auch der Anstieg der Vorräte von 149 im Vorjahr auf 205 Millionen Euro zeigt, dass das Marktumfeld anspruchsvoll ist und wohl auch bleibt. So sagte Firmenchef Pierre-Pascal Urbon: „Wir rechnen im kommenden Jahr nur mit einem moderaten Wachstum der weltweiten Nachfrage. Auch eine Stagnation können wir derzeit nicht ausschließen."
Immerhin: Die zuvor revidierte Prognose ("Gewinnwarnung") wurde diesesmal bestätigt. Für das Gesamtjahr 2011 rechnet SMA mit einem Umsatz von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 220 Millionen bis 300 Millionen Euro.

Nur kurzfristig attraktiv
Wenngleich mit einer kurzfristigen Gegenbewegung der Aktie bis zu maximal 57 Euro zu rechnen ist, sollten sich mittelfristig orientierte Anleger noch zurückhalten. Das 2012er KGV von 10 ist günstig, relativiert sich aber vor dem Hintergrund, dass die nächsten Jahre tendenziell mit sinkenden Margen und Gewinnen zu rechnen ist.