SMA Solar: Neue Konkurrenten, neue Märkte und neues Tief
Auch am Mittwoch geht es bergab mit dem Papier der SMA Solar Technology AG. Trotz eines guten ersten Quartals überwiegt die Unsicherheit. Zumal neue Absatzmärkte und Technologien wichtiger werden.
Wie weit noch? Die SMA-Solar-Aktie rutscht am Mittwoch mit einem Minus von rund zwei Prozent auf ein neues 3-Jahrestief. Die guten Quartalszahlen sind verpufft. So konnte der operative Gewinn auf 43 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht werden. Grund waren Vorzieheffekte in Deutschland und Italien. Doch die große Frage ist, wie geht es weiter? So stelllte selbst SMA für den weiteren Jahresverlauf eine sinkende Nachfrage in Aussicht. Derzeit sei noch nicht absehbar, ob die Solarmärkte in Amerika und Asien den Rückgang in Europa vollständig kompensieren könnten.
Deutliche Verschiebung
Die Veränderungen des Umfeldes sind drastisch. So haben nun die Marktforscher von Solarbuzz eine neue Prognose veröffentlicht. Demnach spielt die Musik ab sofort außerhalb Europas. Im zweiten Halbjahr 2012 werden demnach bereits 60 Prozent der Photovoltaik-Systeme in den USA und dem Asien-Pazifik-Raum installiert. Zum Vergleich: Im Vorjahr machten alleine Italien und Deutschland die Hälfte des Marktes aus.
Es ist sehr fraglich, ob SMA in den neuen Regionen ähnlich hohe Margen wie im Heimatmarkt erzielen kann. Zumal die Anzahl der Wettbewerber und deren Know-how zunimmt. Ein neuer Trend sind etwa Mikro-Inverter: Bisher wird der Strom der Solarmodule mit einem zentralen Wechselrichter in Wechselspannung umgewandelt. Das Problem: Liegt eines der Module im Schatten, fällt auch die Leistung der anderen ab. Mikro-Inverter werden hingegen direkt an jedes einzelne Modul angebracht. US-Firmen wie Enphase bieten diese derzeit schnell an Bedeutung gewinnende Technologie (Markanteil aktuell erst zwei Prozent) schon seit 2008 an. SMA hat Ende 2011 Mikro-Inverter ins Programm genommen.

Abwärtstrend intakt
Die Short-Empfehlung (Ausgabe 11/12) mit der WKN RBS 78S liegt derzeit 29 Prozent im Plus. Die Gewinne können laufen gelassen werden. Denn das 2013er-KGV des Weltmarktführers beträgt mittlerweile 14 - die Gewinnschätzungen sind schneller gefallen als der Aktienkurs. Zudem befindet sich das Papier in einem deutlichen Abwärtstrend. Mit dem heutigen Tiefkurs wurde ein weiteres Verkaufssignal geliefert. Dennoch: Aufgrund der momentan überverkauften Situation besteht die Chance auf eine zumindest kurzzeitige Gegenbewegung bis zur 38-Tage-Linie bei 33 Euro.
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