Florian Söllner
Der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar befindet sich kurz vor dem Sprung über die wichtige 100-Euro-Marke. Im Interview mit dem AKTIONÄR erklärt SMA-Solar-Chef Günther Cramer, wieso er vor der China-Konkurrenz keine Angst hat.
Die Entscheidung rückt näher. Gelingt SMA Solar der Sprung über den wichtigen Widerstand bei 100 Euro? Operative Gründe für steigende Kurse hat der Wechselrichter-Hersteller zuletzt genug geliefert. So erhöhte der Marktführer Anfang Juli seine Umsatzprognose für 2010 auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro bei einer EBIT-Marge von 24 bis 27 Prozent (bisher 20 bis 23 Prozent). Die Umsatz-Planzahlen lagen zuvor bei 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro. DER AKTIONÄR hatte schon im Vorfeld (Ausgabe 28/2010) Firmenchef Günther Cramer gesprochen:
DER AKTIONÄR: Herr Cramer, die Kunden stehen Schlange. Zufrieden?
Günther Cramer: Einerseits freuen wir uns über die große Nachfrage. Andererseits empfinden wir die jetzige Situation, in der wir aufgrund der fehlenden Bauteile nicht alle Kunden ausreichend beliefern können, jedoch als sehr unglücklich.
Was erwarten Sie sich vom zweiten Halbjahr?
Weiterhin eine sehr positive Marktentwicklung. Wir hoffen zudem, dass sich die Knappheit bei unseren Zulieferern spätestens gegen Ende 2010 auflöst.
Erstmals treten China-Player im Wechselrichter-Markt auf. Sind diese eine Bedrohung?
Die Chinesen sind weit entfernt, uns technologisch einzuholen, denn unsere Wechselrichter sind hochkomplexe High-Tech-Produkte. Entscheidend sind hier weniger die Lohnkosten, sondern das Know-how.

Chancen stehen gut
Das operative Geschäft brummt. Aufgrund der Expansion in die USA und neuer Märkte wie Indien dürfte SMA Solar selbst eine Konsolidierung des deutschen Absatzmarktes im nächsten Jahr gut wegstecken. Auch charttechnisch spricht vieles für weiter steigende Kurse. Die Aktie ist mit viel Schwung an die wichtige 100-Euro-Marke gelaufen. Die aktuelle Konsolidierung sieht nach einer gesunden Korrektur aus, welche in einem dynamischen Sprung über den Widerstand münden könnte. Investierte Anleger sollten dabeibleiben. Neueinsteiger legen ein Kauflimit bei 104 Euro. Nicht auszuschliessen ist die zwischenzeitliche Intraday-Schliessung des Gaps bei 87 Euro.